Botellón - Wenn Social Networking zum Selbstläufer wird
Letzte Woche habe ich zum ersten mal davon in der Zeitung gelesen. Die Rede ist vom Botellón, dem gemeinschaftlichen Saufgelage 2.0 .
Angerichtet ist das ganze relativ einfach. Man erstelle bei Facebook (kaum ein anderes Netzwerk hat eine so hohe Benutzerdichte erreicht) eine Veranstaltung an einem öffentlichen Platz und lade möglichst viele Freunde ein die Dasselbe auch wieder tun.
Ziel der “Veranstaltung” ist es danach den mitgebrachten Alkohol genüsslich im Übermass zu vernichten. Die Polizei steht dem massenphänomen momentan eher hilflos gegenüber — Es lebe die Revolution!
Seit ungefähr letzten Mittwoch rollt auch die Zeitungswelle an und man und an liest praktisch täglich davon. Dies verschafft den ausgelassenen Saufereien natürlich zusätzlichen Auftrieb.
Wehe wenn sie losgelassen, dachte ich mir gestern als ich auf Facebook von einem Kollegen eine Einladung zum Bottelón Nummer 1 in Bern erhielt. (Für Interessierte : 30. August 2008 20:00 @ Bundesplatz - BYOB)
Neugierig wie man ist, sagt man auch gleich zu und harrt der dinge die da kommen. Wir haben auch darüber diskutiert wie lange es geht bis die Public Relations aka 20Minuten/Blick und Co. in bewegung kommt.
Diese lassen nicht lange auf sich warten und werden aktiv. Heute finde ich auf 20Minuten die ersten Newseinträge und auch der Blick hat über die Berner Veranstaltung geschrieben. Der ganze Wind um die öffentlichen Massenbesäufnisse ist perfektes Hype Marketing, welches ohne tatkräftige Unterstützung der Medien gar nie zu einem solchen Ausmass gekommen wäre.
Es ist spannend die Entwicklungen aus der Ferne zu beobachten, jedoch sollte man die ganze Sache einmal Hinterfragen, wo Sinn und Zweck des ganzen ist.
Wie schnell die Welle der Begeisterung in eine Katerstimmung umschlägt wird sich zeigen.
Wer die Übersicht bei den Gelagen nicht mehr hat kann sich auf Bottelon.ch informieren.

Marcel Woods - Cherry Blossom
Gestern befand sich Zürich wegen der Streetparade 2008 wieder einmal im Ausnahmezustand. Daher gibt es heute etwas aus der Abteilung “Lüpfige elektronsiche Viervierteltakt Musik”.
FULW RS 95-2 : Woche 6
“Was? Schon Woche 6?” fragte ich mich diese Woche. Und wahrlich, wir haben bereits die 6. Woche abgeschlossen. Die Zeit vergeht im Rückblick meist schneller als die Tage selber.
Am Montag und Dienstag stand die Übung ‘Difesa’ an, welche ich als Rekrut selber durchlebt habe. Rückblickend kann ich sagen, dass die Übung um einiges Angenehmer abgelaufen ist im vergleich zur letzten wo ich noch als Rekrut auf dem Schiessplatz stand. Damals hatten wir ja das so genannte “Infanterie Wetter” oder den Flüssigen Sonnenschein für uns gebucht. Kein Vergleich zu letzter Woche. Es war zwar bedeckt und hat kurz Geregnet, jedoch blieben wir alle einigermassen Trocken (bis auf einige Spezialisten aus anderen Zügen die eine Spezialschulung erhielten) und die Temperaturen waren angenehm.
Während die anderen Züge mit Duros verschoben, hatten wir einen Lastwagen was auch nicht viel schlechter war. Wir wissen uns unterdessen auf diesen Gefährten einzurichten.
Am Mittwoch Morgen startete auch schon unsere all Wöchentliche Kaderausbildung mit einer Hiobs-Nachricht, dass der geplante Waffenlauf (welcher theoretisch während unserem Ausgang stattfinden sollte) wegen der Zeckengefahr örtlich verschoben wird und statt 15 Kilometer auf satte 21 Kilometer erweitert wird. Freude herrschte nach dieser Nachricht nicht und die schlaftrunkene Stimmung drückte nur noch mehr auf die Kader.
Der Entscheid liess einige Gemüter zuerst sprudeln, danach köcheln bis es zum schluss richtig brodelte und eine Diskusion in gang kam. Dies Passte unserem Klassenlehrer sehr gut in den Plan, da das Wochenthema Stress und Stressbewältigung war. Nach dem Mittagessen kam danach die Entwarnung (welche zur Stimmungsbesserung beitrug). Unser (heiliger) Ausgang wird nicht gestrichen, und der Waffenlauf war nur als Mittel zum Zweck eingesetzt worden wie wir es schon vom Besuch CdA - Chef der Armee - Szenario her kannten.
In diesem Szenario wurden wir in der Unteroffiziersschule vor die Tatsache gestellt das in wenigen Stunden der Chef der Armee auf Platz kommen wird, und jeder der Kaderanwärter das Komplette Inspektionsprogramm à la Zugschule, Klasse Melden et cetera machen müssen. Da wir momentan aber über keinen retablierbaren Chef der Armee verfügen, fällt dieses Szenario flach.
Am Abend hatten wir danach unseren Ausgang, welcher von allen sehr genossen wurde und die Auswirkungen am nächsten Tag sichtbar wurden. (Wie auch Kamerad Hähni gehe ich aufgrund der Vorbildfunktion nicht auf Details ein.)
Die restlichen Tage waren sehr entspannt, da wir keine Lektionen mehr vorbereiten mussten. Und die Rekruten vom Zeitmilitär und dem Blutspendezentrum in Beschlag genommen wurden.
Ab Freitag Mittag konnte ich Verfügen, Verbrachte den Freitag Nachmittag mit der Planung der Arbeiten bei meinem Arbeitgeber.
Nächste Woche geht es dann an die Inspektion, wo wir sehen werden wie viel der Arbeit aus den letzten Wochen bei den Rekruten geblieben ist.

Yanou - Children of the Sun
Was? Schon wieder Sonntag 20.15 und noch kein Track der Woche?
Keine Sorge ich nehme heute einen Zug später und daher kommt auch der Track der Woche ein bisschen später.
House, Elektro… passt irgendwie. Im Hinblick auf die Streetparade von nächstem Wochenende denke ich mal, dass dieses Stück noch einige male auf den Turntables drehen wird.
N’joy
FULW RS 95-2 : Woche 2 bis 5
Aufgrund meines Besuches am Gurtenfestival und meiner Abwesenheit am darauf folgen Wochenende hatte ich keine Zeit etwas über die vergangenen RS Wochen zu schreiben. Ich hole das hier mal nach ;-)
Die Wochen sind (rückblickend jedenfalls) sehr schnell vorüber gezogen. Es gibt immer etwas zu tun - und wenn mal nicht dann kann es nicht mehr lange gehen bis ein neuer Auftrag rein schneit oder sich die Ausgangslage komplett ändert ;-)
Die letzten Wochen verflogen relativ schnell und die Wochenenden waren meistens (wie gewohnt) viel zu kurz.
In der Zweiten Woche absolvierten die Rekruten den ersten (kleinen) Marsch der als Übung Primo daher kam und etwa 5 Km lang war. Dieser Marsch dient der Angewöhnung an das Gepäck und als erste Erfahrung wie ein Marsch ungefähr abläuft. Für mich als Gruppenführer ebenfalls eine neue Aufgabe, während dem Marsch zu schauen, dass die Gruppe kompakt mitläuft und die Abstände zwischen den einzelnen Trupps stimmt.
In der dritten Woche hatten wir keine grösseren Übungen bis auf die Kaderausbildung, in welcher wir mal nicht wie gewohnt in der Kaserne Übernachteten sondern in der nähe von Hinwil auf einer Ortsgefechtsanlage, welche uns von der grossen Abschlussübung der Unteroffizierschule bereits sehr bekannt war. Ich jedenfalls genoss es wieder einmal in der Penntüte zu übernachten (auch wenn das nicht alle begreifen wollten…).
An die deutlich längeren Tage, das Ausbilden vor 30 Mann und die (meist nächtlichen) Erziehungsmassnahmen hat man sich nach drei Wochen gewöhnt. Das Kader erbringt nun halt Tag für Tag einen Mehrwert/Aufwand. Und das Sprichwort “Du weisst erst was es bedeutet einen langen Tag hinter sich zu haben, wenn du im Militär warst.” hat halt doch etwas.
Die vierte Woche startete mit meiner Lektion zum Thema Gefechtsformationen. Ich hatte also den Auftrag zusammen mit den anderen Gruppenführern den Rekruten beizubringen wie man sich im Vierer-Trupp korrekt verhält und sich bewegt. Ich habe aus der Kaderausbildung das Schema “Durchsprechen - Durchgehen - Durchrennen” mitgenommen und dies bei meinen Lektionen einfliessen lassen. Gestartet bei der ersten Phase wird das vorgehen meist theoretisch behandelt, danach langsam in der Praxis umgesetzt bis die Abläufe bekannt sind. Am Schluss kann man das gelernte “durchrennen” und versuchen ohne externe Hilfe in der Praxis anzuwenden.
Nach dem Abendessen startete auch schon bald die Übung “Secondo”, welche bei den Gruppenführern als “Secondo Light Edition” titelte, da aufgrund der Zeckengefahr die sehr Interessanten Teile (unter anderem das Abköcherlen eines Jonnys, das Tarnen mit dem Tarnstift und die Nachtdemonstration über das Verhalten bei Nacht) gestrichen wurden.
Der Marsch beinhaltete also lediglich … naja den Marsch eben. Die Motivation meiner Gruppe war anfänglich nicht über alle Zweifel erhaben, ich schaffte es jedoch sie ein wenig zu Motivieren. Jedenfalls konnten wir die Marschstrecke bis zum Zwischenverpflegungsposten gut absolvieren.
Ein Rekrut aus meiner Gruppe gelangte an mich und fragte, ob es erlaubt sei den Letzten Marschkilometer mit der Schutzmaske zu absolvieren. Ich musste danach einen Antrag an den Zugführer stellen. Dieser wurde genehmigt, jedoch nur für die Strecke von Zwipfposten (Zwipf = Zwischenverpflegung) bis Lehrgebäude (was auch eine ziemliche Strecke darstellt). Anfänglich zögerten einige meiner Gruppe noch, bis schlussendlich die ganze Gruppe die Schutzmaske montierte. Ich persönlich finde das eine gute Idee als Angewöhnung, ohne Druck die Maske einmal Einzutragen. In einer Späteren Übung ist dies dann nicht mehr freiwillig ;-)
Als der Kadi meine Gruppe und mich in der Schutzmaske sah, drückte er mir die Karte in die Finger und sattelte ebenfalls die Maske.
Soviel mal zur vierten Woche.
Die fünfte Woche stand ganz im Zeichen der Wachtdienst-Ausbildung. Die Rekruten lernten das Patrouillieren, Personen und Fahrzeugkontrollen. Ich bildete die Patrouillen aus und drehte über den ganzen Tag verteilt mit den Rekruten die Ronden über das Kasernengelände.
Am Mittwoch Morgen startete unsere Kaderausbildung mit dem Thema SAT = Sofort Aktions Technik. Bei SAT handelt es sich um ein Vorgehen bei Kontakt mit dem Gegner. Dabei wird ein Niederhaltefeuer eröffnet und der Trupp verdünisiert sich in eine sichere Deckung.
Mit ungefähr 15′000 Schuss im Anhang machten wir uns also am Mittwoch in der Früh auf zu unserem lieblings Gefechtsplatz (dem Kriesenherd “little Oberurnen” ;-) ) Wie von der Unteroffiziersschule her gewohnt erwartete uns in Oberurnen das prächtigste Wetter. Die Techniken wurden den ganzen Tag hindurch trainiert. Am morgen als Truppmitglied und am Nachmittag als Schiesslehrer, welcher danach die Trupps belehrt und das Verhalten korrigiert wenn einmal etwas nicht so abläuft wie es sollte.
Pünktlich zum Abendessen/Hülselen des Platzes brach ein heftiges Gewitter über uns herein (wiso haben uns die Wetterfrösche nicht vorgewarnt??). Nass bis auf die Knochen verpflegten wir uns und putzten Anschliessend den Argumentationsverstärker 90 pardon das Sturmgewehr 90 (Was nach 300-500 Schuss wirklich dringlich notwendig war…). Leider hat die Verpflegung auf dem Feld nicht so gut geklappt und einige mussten mit knurrendem Magen wieder zurück nach Dübendorf verschieben. Da hungrige Mägen unserem wirklich guten Küchenchef in Dübendorf schlaflose Nächte bereiten, zauberte er uns spät abends eine geniale Fleischplatte auf den Tisch - Danke nochmals an den Küsche!
Der Donnerstag der fünften Woche war durch Materialkontrollen, Kasernen Putzdienst und Arbeitsvorbereitung geprägt. Gegen Mittag konnten wir danach Abtreten und wurden in unsere “Ferien” entlassen.
Nächste Woche gibt es mehr… es steht eine zweitägige Übung auf dem Plan.

Gurtenfestival 2008 - Recap
Ja das Gurtenfestival 2008 ist seit 2 Wochen vorbei, was bleibt sind die Gedanken und der Bändel an meinem rechten Armgelenk.
Troz Militär und Müdigkeit habe ich mich zusammen mit Dänu (übrigens Danke nochmals!) auf den Gurten gemacht. Tenümässig war ich auf ein Gurtenfestival wie im 2007 vorbereitet Pulli, lange Hosen und Kampfstiefel. Am Nachmittag war dies definitiv zu viel des guten, jedoch am Abend perfekt.
Zu den Bands (einige hab ich ausgelassen oder kam nicht rechtzeitig in die Nähe der Bühne)
Blind
Ging ziemlich ab, jedenfalls als das Volk warmgelaufen war. Der Sänger bemerkte selbst, dass er Zwischen den Stücken zu viel redete. Er wurde zwischendurch mal vom Manager auf diesen Missstand aufmerksam gemacht und danach lief das Konzert ohne (viel) gschnorr weiter ;)
Disco Ensemble
Mir wurde gesagt, dass Disco Ensemble bereits als Vorband für Linkin Park gedient hat. Daher hatte ich so eine Ungefähre Vorstellung, in welche Richtung es Musikalisch gehen wird. Mir gefiels, leider Verlor ich meine Gruppe und fand mich kurze Zeit später im Mosh-Pit wieder, was auch für Abwechslung sorgte.
Züri West
Hah, was soll ich sagen. Einige waren vom Auftritt von Züri West nicht so überzeugt. Ich jedoch konnte sie zum ersten Mal Live geniessen. Wobei Geniessen genau das Richtige Wort ist. Sie verstehen es sehr gut mit dem Publikum zu interagieren und es herrschte eine sehr gute Stimmung, obwohl die Menschenmenge auf dem Gurten extrem war.
Ben Harper & The innocent Criminals
Etwa zu beginn des Gigs von Ben Harper begann es für kurze Zeit wie aus Kübeln zu Regnen. (Wusst ichs doch… Das Gurtenfestival ohne Schlammschlacht ist kein echtes Gurtenfestival!) Die menge Blieb aber Wacker vor der Bühne und lauschte dem jamenden Ben Harper. Die Musik ist zwar nicht ganz in meinem Bereich, jedoch gefiel es mir irgendwie trotzdem. Während den Stücken wirkte er teilweise Abwesend und voll auf das Spielen des Instruments konzentriert, es klang genial. Lediglich der Schlagzeuger tat mir leid, da er mehrmals versuchte das Stück zu einem ende zu bringen, der Meister aber spielte weiter.
Fazit
Das Festival an sich gefiel mir gut. Jedoch frage ich mich zwischenzeitlich, wo die Veranstalter genau hin wollen. Ich habe selten ein Festival gesehen, dass so viele “VIP”s beherbergt.
Wer nach dem Züri West auftritt versuchte in die Sleeping-Zone zu kommen oder zur Zeltbühne (wo Amy Mc Donnald spielte) wollte merkte wie viele Personen auf dem Gurten waren. Es war fast ein Ding der Unmöglichkeit irgendwie vorwärts zu kommen. Der Gurten war ja schon immer relativ voll, aber so etwas hab ich noch nie gesehen da oben.
Item, ich werde nächstes Jahr vermutlich auch wieder auf dem Gurten zu finden sein. Wenn alles gut läuft wieder im Graben zwischen Bühne und Publikum - das Auge am Sucher und den Finger am Auslöser.
