Archiv für September 2008

FULW RS 95-2 : Woche 13

Die Woche 13 lässt sich  grob mit 3 Punkten umschreiben: ABC-Spezialausbildung, Terminato und Beförderung.

Doch beginnen wir ganz vorne beim Anfang der Woche. Für zwei von vier Nachrichten Zügen hiess es ab Montagmorgen “ABC-Woche”. Die lange versprochene Ausbildung zum ABC Spezialisten wartete. Nach dem Morgensport verschoben wir in das Lehrgebäude 3 und begannen gleich mit einem ABC-Test welcher den Ablauf eines A oder C-Alarms abfragte. Ziel war natürlich diesen Test ohne Fehler zu bestehen (was anfänglich nicht immer klappte). Das weitere Programm war geprägt durch ABC-Vollschutz anziehen, Theorien über A und C Waffen, das kennenlernen der verschiedenen Messgeräten und das behelfsmässige Dekontaminieren in einer Dekontaminierungsstrasse. Bereits am Anfang fühlte ich mich in den Lektionen sehr heimelig, da der Major und der Oberstleutnant im breitspurigsten Berndeutsch redeten.

Unterstützt wurden die Ausbilder durch drei ABC-Korporäle (welche zu diesem Zeitpunkt noch Soldaten waren). Einige der Kader hatten ein bisschen Mühe sich mit der Situation abzufinden, dass nun halt ein Rangtieferer die Befehle gibt. Für mich war das kein Problem: “Funktion vor Grad” ist hierbei die Devise und ich glaube nicht, dass ich einem Soldaten zu widersprechen habe, welcher sich seit 13 Wochen mit der ABC-Materie herum schlägt (und Beruflich auch in diesem Gebiet zuhause ist).

Am Mittwoch wurde die Übung “Capisce” gestartet und wir mussten das erworbene Wissen in verschiedenen Testbögen unter Beweis stellen (wir lösten fast alle die Bögen mehrfach, bis wir bestanden hatten). Ich war vor dem Mittag schon geistig mit der Übung “Terminato” beschäftigt und versaute als einziger den ersten Test 2 Mal in Folge, was natürlich einige Witze von Seiten der Rekruten nach sich zog. Nach einem Schutzmasken Grossparkdienst à la ABC-Zentrum Spiez konnten wir das Detachement ABC-Woche abmelden und in die Kaserne zurück verschieben.

Angekommen in der Kaserne packte ich meine sieben Sachen für die Übung “Terminato” zusammen und war danach bereit für die Befehlsausgabe (welche es offiziell gar nie gegeben hat). Ich wurde als Gruppenführer für die erste Stufe der Übung bestimmt und musste die Gruppe Zwei während dem ersten 30 Kilometermarsch nach Hinwil führen. Die erste Etappe marschierten wir unter guter Stimmung in 5 Stunden und 15 Minuten. Einzig mein rechtes Knie machte sich nach etwa 25 Kilometern wieder bemerkbar. Dank einem Deal mit dem Stabsadjundanten durften wir aber pro Gruppe 2 Rucksäcke, 1 Grundtrageeinheit und 1 Gewehr abgeben. Ich wurde meinen Rucksack los und konnte so (leicht humpelnd) den Rest absolvieren.

In Hinwil angekommen hatten wir 30 Minuten Zeit BG4 zu erstellen (ich hatte den BG4 ja noch niiie an diese Woche ;-) ) und zusätzlich die SIM-Gstältli für ein kommendes SIM-Gefecht. Danach verschoben wir mit 2 Puchs in Richtung Wahlenberg zu unserem Spielplatz für grosse Kinder. Dort Angekommen mussten wir in das Gelände verschieben und unseren Standort tarnen. Die Marschstrecke war etwas bei 1.2 Kilometern und es war Stockdunkel. Der Gruppenführer hatte Zugriff auf einen 3 Fach Restlichtverstärker und führte uns so zu unserem Ziel. Für mich persönlich war dieser Marsch das Mühsamste was ich erlebt habe. Ich war “Taub” – Wegen den Earplugs welche ich montiere, falls wir schiessen würden. Ich war “Blind” – Weil es im Wald sehr dunkel war und die Schutzmaske das Gesichtsfeld enorm einengt. Und ich stand unter Last, weil es noch einiges an Material mitzuführen galt. Kurz ich stand ein bisschen unter Strom was ich nach etwa 3/4 der Strecke lautstark kund tat.

Am Sammelpunkt angekommen Hängten wir einige Blachen vor unsere Unterkunft, dass möglichst kein Licht nach aussen drang und die Andere Seite uns mit dem Wärmebildgerät nicht sehen konnte. Kamerad Sperandio und ich hatten zudem den Auftrag den Gegner auszukundschaften. Ich erhielt hierbei die Rolle des Lockvogels, welcher sich ziemlich Ungetarnt dem Gegnerischen Stützpunkt näherte (Det. Himmelfahrtskommando) und so die nötige Aufmerksamkeit auf mich zog um meinem Kameraden die Arbeit zu erleichtern. Ich bekam sehr viel über die Standorte mit über, da es relativ laut wurde als ich 15 Meter vor dem Gegner auftauchte. “Scheisse, Jungs da isch eine… Was möchemer iz?!?” Ich wurde jedoch entgegen meiner Vorahnung nicht festgenommen und konnte meine Streifzüge durchs Gelände weiterführen. Danach hiess es Schlafen gehen was im BG4 mit SIM-Gestältli nicht wirklich einfach ist. Nach einigen “erholsamen” Minuten Schlaf erwachte ich durch den leise vor sich hin fluchenden Kameraden Weber “Es isch verdammt Chaut hie!”. Da mir selbst auch relativ kalt war beschloss ich das Feuer vor unserer Hütte wiederzubeleben, was mir nach ein paar Minuten auch gelang. Eine kurze Information in unsere Unterkunft, dass ich draussen wieder Feuer gemacht habe brachte die ganze Gruppe ums Feuerchen, wo ich ziemlich schnell wieder einschlief.

Kurz darauf erhielten wir den Befehl BG0 zu erstellen und das Morgenessen zu geniessen. Wobei geniessen der Falsche Ausdruck war. Nach einer mit Wasser angemachten Schoggi und einem Stück Brot konnten wir uns für das SIM-Gefecht mit Munition und Nebelkörpern (Yeah Boy!) ausrüsten. Nach drei Durchgängen als Angreifer hatten wir den Grossteil der Nebelkörper und der Munition verschossen. Nach dem Mechanischen Entladen und Aufräumen des Schiessplatzes ging es weiter ins Schwimmbad Uster wo jede Gruppe einen Kilometer als Teamleistung schwimmen musste. Einerseits anstrengend aber auch sehr angenehm nach den Strapazen der ersten 30 Kilometer.

Danach ging es wieder Richtung Hinwil auf das Übungsgelände. Das Neue Tenue war Käschu und Helm. Was Danach folgte war sehr horizonterweiternd. Ich lasse hier bewusst offen was wir genau gemacht haben. Jedenfalls ist es eine sehr spassige Angelegenheit mit einem 27.7 Tonnen Fahrzeug in der Gegend zu Verschieben und dabei versehentlich einen Puch bei Seite zu verschieben.

Nach diesem Informativen Teil hiess es Marschvorbereitung, Verpflegen und Reinigen der Unterkunft. Nach Abschluss dieser Arbeiten verschoben wir in das Dörfchen Girenbad, von wo aus der 30 Kilometer Rückmarsch startete. Für mich startete der Marsch erst ab Zwipfposten 1 da ich im Duro verschieben musste (jede Gruppe hatte wiederum die Möglichkeit einen Komplett ausgerüsteten Mann abzugeben) Nach einigen Minuten der Widerrede nahm ich im Duro Platz mit dem Wissen, dass ich den Rückmarsch komplett durchziehen musste (und auch wollte). Der Rückmarsch war geprägt durch Kartografische schwierigkeiten, einigen Stimmungstiefs und Intuitiver Wegfindung im Wald (dafür war ich teilweise verantwortlich).

Es war sehr interessant zu sehen, dass sich ein Marsch mit den Kadern ab einer gewissen Ermüdungsphase kaum vom Marsch mit den Rekruten/Soldaten unterscheidet. Während des Marschs war ich oftmals als Co-Navigator vorne. Die letzten Kilometer waren danach nur noch beissen und Kopfsache. Erstaunlicherweise habe ich mir nur 2 kleine Blasen zugezogen, jedoch spürte ich die Folgen des Marsches überall im Körper in Form von Verspannungen.

Angekommen in der TRK war Retablieren, Duschen und Schlafen Liegend Lang angesagt, um um 0800 wieder in alter Frische im Ausgänger fürs Morgenessen bereit zu stehen.

Danach übten wir im Airforce Center unsere Beförderung ein, dass am Nachmittag auch keine Fehler passieren.

Die Beförderung selbst war teilweise eher langfädig aber trotzdem sehr spannend. Unsere Schulkommandantin zeigte mit ihrer Rede sehr viel Feingefühl und ging auf unsere bisherige Laufbahn ein (was bei uns einige Reaktionen hervorrief). Und da war es bald soweit “Oberstleutnant Obergefreiter Widmer” – “Ruhn, Wachtmeister Widmer – Ich Gratuliere”. Nach der Zeremonie standen taufrisch 5 Leutnants, 1 Hauptfeldweibel, 1 Fourier und 15 Wachtmeister im Saal. Nach der Nationalhymne und dem Ausmarsch unserer Standarte wurden wir Abgemeldet und konnten nach dem Einnehmen des Apéro ins Wochenende Verfügen.

Ich wünsche eine schöne Woche!

P.S. Meine Adresse hat sich marginal geändert ;-)
Wm Widmer
FULW RS 95-2
Zug 2 – Na
Kaserne
8600 Dübendorf

FULW RS 95-2 : Woche 12

Die Temperaturen sinken, am morgen liegt ein Nebelschleier über dem Kasernenareal, die Bäume werfen langsam die Blätter ab. Es ist wieder Käschu-Zeit! (FYI: Käschu = Kälteschutzjacke)

Die Woche 12 war, so darf dem man sagen, gemütlich und kurz. Man spürte das die Fachbezogene Grundausbildung (FGA) langsam in reichweite kommt. Andere Beginnen die Wochen oder Stunden zu zählen, die sie noch im Armeedienst fristen müssen. Für einige hat das Abverdienen bereits letzten Freitag mit der Beförderung zum Wachtmeister ein ende gefunden (immer diese Studis die Fraktionieren… ;-) )

Nach einem langen Wochenende rückten wir am Montag Abend wieder ein und bestritten zwei Tage mit Technischem Dienst. Als Belohnung winkte am Dienstag und Mittwoch ein Ausgang.

Am Donnerstag morgen stand für die Rekruten AGA-Repetition auf dem Programm und einige Rekruten durften bei Mir und meinem Kamerad Weber ihre Kentnisse am Sturmgewehr zeigen. Wir waren nicht mit allem zufrieden und konnten nach einigen Wiederholungen und Vorzeigen die Fehler beheben.

Am Donnerstag-Nachmittag startete danach auch die Marschübung “Quarto”, welche sich über 25 Leistungskilometer erstreckte. Die Stimmung (sowie Zwischenverpflegung zwischen den Checkpoints) war dank unseren Rekruten genial und schaffte es meine nicht wirklich blendende Stimmung hoch zu halten. Die Temperaturen während dem Marsch wahren eher kühl und es Regnete teilweise also Ideale Bedingungen. Nach geschätzten 19 Kilometer meldete sich mein rechtes Knie mal wieder zu Worte/Schmerze, was unserem Major wohl aufgefallen ist. “Widmer geht es ihnen?” – “Hier – Immer doch Herr Major!”. Unterdessen geht es wieder besser, ich bin gespannt wie es mir bei unserer Abschlussübung “Terminato” nächste Woche ergehen wird.

Der Freitag war durch FUM Abschlusstests und Sport geprägt. Danach konnten wir schon wieder ins Wochenende verfügen.

Pardon, ich habe versehentlich erst heute gemerkt das ich den Beitrag noch gar nicht Online gestellt habe. Eigentlich hätte der schon letzten Sonntag erscheinen sollen…

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FULW RS 95-2 : Woche 7 bis 11

Werte Leserschaft, ich bin wieder da. Nicht, dass ich Sie vergessen hätte. Nein nur der Motivationspegel in den Letzten Wochen war schaurig tief und am Wochenende versuchte ich möglichst wenig an das leben im Miliz-System zu denken (was mir, dank abwechslungsreichen Wochenenden sehr gut gelang). Aber dennoch will ich weiter aus dem täglichen Leben in der Kaserne und der Arbeit berichten.

Diesmal sind halt einige Wochen Mehr vergangen (fünf um genau zu sein). Zwischenzeitlich hatten wir wie von unserem Ausbilder prophezeit den leistungs- und motivationsmässigen Tiefstpunkt erreicht (was scheinbar total normal ist). Was sich bei einigen mit einer ausgeprägten LMAA-Stimmung bemerkbar machte. Item, nach dem erreichen der Talsohle kann es nur noch Aufwärts gehen. Das die ganze Geschichte mit dem Abverdienen sich langsam zum Ende neigt, habe ich gestern Abend festgestellt, als ich im Kalender einige Termine eintrug. Jedenfalls ist ein Ende langsam in Sicht und mittels extrinsischer Motivation (Der Dank geht an meine Arbeitskollegen, welche mir ein riiiesen Frässpäckli auf den Weg gegeben haben!) ist vieles schnell wieder vergessen.

Woche 7

Nach sieben Wochen schliesst die Allgemeine Grundausbildung (kurz AGA) mit einer Inspektion der Kompanie ab. Wir defilierten (mehr oder weniger stilvoll) vor dem Schulkommandanten über den Platz. Als diese Sequenz abgehakt war wurden die Rekruten auf verschiedenen Posten geprüft, ob sie das notwendige Wissen haben über welches der normale Soldat in der Schweizer Armee verfügen muss.

Die ganze Kompanie schnitt mit einem Sehr Gut ab. Und auch unser Kadi aus unserer RS hatte lobende Worte (was die Gruppenführer doch sehr erstaunte, da ich selten lobende Worte von ihm gehört habe).

Am Abend fand danach die Neuordnung der Kompanie statt und die Züge wurden den Fachgruppen zugeteilt.

In der Kaderausbildung schlugen wir uns mit der Übung “Prioplan” die Nacht um die Ohren. In diesen Übungen werden meist die Gruppenchefs beübt und die anderen müssen danach einfach spuren. Die Übung hatte das Ziel die Route für unseren Abschlussmarsch zu planen und diesen (bei Nacht) mit dem Puch zu erkunden. Am Freitag trafen wir nach 7 Wochen unsere Fachausbildner wieder und starteten die Vorarbeiten für den Technischen Dienst.

Woche 8

Mit dem Start des Technischen Dienstes ändert sich schlagartig vieles und die AGA Themen weichen den Kabelverbindungszange, den Restlichtverstärken und den Funkanhängern.

Die Woche war für die Rekruten sowie die Ausbilder sehr spannend, da das Fachgebiet doch ein wenig anders zu unterrichten ist als die 0815-AGA-Lektionen. Fachausbildung ist eben 0816-Non-Plus-Ultra ;-)

Die Woche war weiter geprägt mit Kaderausbildung und für mich mit einem relativ knappen zurückverschieben aus dem Ausgang (22:59:45). Aber wer wird schon direkt vor der Kaserne aus dem Auto geladen und ist selbst dann noch knapp angebunden ;-)

Woche 9

Die Woche 9 bildete die motivationstechnische Talsohle für vermutlich alle (Rekruten, Gruppenführer, Zugführer). Die Situation besserte auch nicht, wenn man nach dem ABV der Rekruten noch eine einseitige Übertragung anhören darf und diese mit “Hier, Verstanden!” quittieren darf.

Positive Punkte in dieser Woche waren eindeutig die Ausgänge und die Kaderausbildung. Im Ausgang führten wir uns “Batman – The Dark Knight” zu Gemüt, da das Pathé Dietlikon wirklich nicht weit von der Kaserne entfernt ist (und ich auch bereits das zweite Mal in dieser Woche die Kinosääle unsicher machte).

In der Kaderausbildung stand danach das Thema “Feuer und Bewegung” auf dem Plan. Wir packten am Freitagmorgen vor der Dämmerung unsere sieben Sachen dazu noch einige Rauchsätze, Knallpetarden und einige Kisten mit Munition (unter anderem mit Leuchtspur) und verschoben auf unseren Lieblingsschiessplatz in Oberurnen. Mit den Erinnerung an unsere ersten 3 Wochen Unteroffiziersschule nahmen wir den Gegner unter Beschuss und verschoben in Binomen über das Gefechtsfeld, suchten hinter Erdhügeln und in Schützengräben deckung. Dann hiess es aber *Tiglio-Tiglio* (unser gruppeninternes Signal für den Rückzug) und ich verliess die Deckung während das zweite Binom auf andere Scheiben das Feuer eröffnete und mir die Dekckung gab die ich benötigte um die Knallpetarde zu platzieren und mich zurückzuziehen. Für Donner, Rauch und Action war also gesorgt, und wir sammelten die Erfahrung wie man ein richtiges Gefechtschiessen durchführt (inklusive Leuchtspur versteht sich). Wie Kamerad Hähni richtig bemerkt hat, der Gefechtsschiessplatz in Oberurnen ist halt ein Spielplatz für grosse Kinder ;-)

Nach diesem wunderbaren Tag waren wir wieder der Kompanie zugewiesen und einige Gruppenführer leiteten den Kasernen Grossparkdienst, der verbleibende Rest erstellte (mehr oder weniger Missmutig) den ABC Bereitschaftsgrad 3 um danach einen Film zu “geniessen”. Das dies einigen sehr sauer auf den Magen schlug ist klar. Ich setzte meine Drohung aus den ersten RS Wochen an diesem Abend auch in die Realität um und wohnte im Bereitschaftsgrad 2 dem Abendverlesen bei. (Was sehr wirksam auf die Ruhe nach dem Lichterlöschen auswirkte, da die Rekruten von Zug 2 vermuteten sie müssen mit mir zusammen eine Nächtliche ABC Übung abhalten.)

Woche 10

Die Woche 10 gestaltete sich einiges Angenehmer als die vorhergehende. Obwohl ab Mittwochabend für die Hälfte der Gruppenführer eine erhöhte Marschbereitschaft angesagt war. Am Donnerstagmorgen hiess es dann 0500 Tagwach und ab 0545 ABC-Bereitschaftsgrad Zwo. Die Übung “Centurion” startete. Ich habe versucht mich ein bisschen zu Informieren, was die Übung wohl mit sich bringen könnte, jedoch erhielt ich keine sinnvollen Informationen. Wir verluden unser Material in den Duro und verschoben an einen unbekannten Ort. Während der Fahrt kam über unseren Gruppenführer der Befehl für ABC-Bereitschaftsgrad 4 und die Information, dass wir am Zielort den Duro auf dem Bahnhofplatz abstellen werden die Gruppenführer unter dem Duro in Stellung gehen werden. Der Rest des Trupps hatte den Befehl um den Duro einen Igel zu machen. “Dir sit Unsichtbar”, hiess das wir uns ins Gebüsch zurückzogen. Da sassen wir für einige Minuten ohne wirklich entdeckt zu werden, obwohl um den Bahnhof langsam das Zivilleben erwachte. Einige liefen wenige Meter neben meiner Deckung vorbei ohne mich zu sehen. Nachdem unser Ausbilder mit dem Gruppenführer geredet hatte mussten wir uns wieder beim Duro Sammeln. Die drei jüngeren Damen die gerade den Duro passierten, erschraken ein bisschen als rund um Sie plötzlich Militaristen im ABC-Vollschutz aus den Gebüschen und dem hohen Gras auftauchten. Das weitere Programm war mit einem BG4 Marsch und dem Besichtigen der Stellungslinie und den Festungseinrichtungen in diesem Gebiet ausgeschmückt.

Als wir am Abend wieder in die Kaserne zurück kamen erhielten wir vom Ausbilder noch den Tipp den Ausgang “nicht komplett auszuschöpfen”. Dies gelang nicht allen und so war auch das erwachen um 0230 nicht bei allen so problemlos. An diesem Tag lernte ich erneut, was es bedeutet einen Langen Tag zu haben ;-) Die Übung “Observer” war in zwei Teile gegliedert. Am Morgen mussten wir Lektionen zum Thema “der Beobachtungsposten” vorbereiten. Rückblickend waren das seit dem Start meiner Militärkariere-Laufbahn die lehrreichsten Lektionen, da sie (aufgrund dem immer noch hohen Alkoholspiegels) auf das einfachste und Verständlichste herunter gebrochen waren. Der zweite Teil umfasste das Erkunden und Präsentieren einer Ortschaft in der Umgebung. Wir erhielten das 3333 Seelen-Gemeinde Mönchaltorf, beschafften einige Informationen und gestalteten die verlangten Plakate. Ich war sehr motiviert die Gruppe zu führen, da ich erstaunlich wach (einige nennen es Hyperaktiv) war, was sich mit der Zeit aber wieder legte.

Am Abend bestritten wir noch das Kasernenputzen um danach in die Federn zu fallen und am Samstag ins Wochenende zu starten.

Woche 11

Die Woche 11 startete für die Rekruten mit der sagenumwobenen Übung “Igel”. Im Vorfeld wurde nicht viel über diese Übung verraten. Ich hatte einiges zu Tun mit dem vorbereiten des Materials. “Taschenlampe-Tarnstift-Camelle” waren die einzigen Informationen welche nach aussen drangen. Über die Details verrate ich nicht mehr, da zwei Nachrichtenzüge die Übung noch vor sich haben. Wir jedenfalls hatten recht viel Spass, welches nicht zuletzt durch eine brennende Camelle unterstützt wurde (Merke Obgfr Widmer + Ausgelaufener Notkocher + Camelle = schlechte Kombination).

Am Mittwochnachmittag statten wir der Comm08 einen kurzen Infiltrationsbesuch ab, um auch einen Einblick zu erhalten was die Führungsunterstützung sonst noch so macht und mit welchen Geräten sonst noch gearbeitet wird. Der Besuch war zwar kurz aber erweiterte den Horizont und zeigte auf, dass wir nicht die einzigen sind. Ich freue mich da schon auf die Übungen in der Verbandsausbildung (VBA) wo man doch einigen Vehikeln wieder begegnen könnte ;-)

In dieser Woche hatten wir auch noch den Wachtdienst mit Kampfmunition zu bestreiten. Während dieser Zeit verbrachte ich während dem Auf sowie Rückbau eine lange Zeit als Wachkommandant. Ich hatte auf persönlichen Wunsch die Nachtschicht mit einem Kameraden, was für mich sehr angenehm war. Aufwändig wurde es nur während den Schichtwechseln, wenn man die verschiedenen Ablösungen koordinieren musste. Wenn alle wieder eingesetzt waren hatte ich Zeit die Arbeiten zu überwachen. Und so führte ich frühmorgens eine Fahrzeugkontrolle an einem “verdächtigen Fahrzeug” durch. Ich hatte auch noch das Glück, dass unser Coach gerade während meiner Schicht die Inspektion durchführte. Ich wurde also mit einigen angenehmen und unangenehmen Fragen gelöchert. Es wurde auch noch die Einsatzbereitschaft unseres Pikett-Elements getestet, welches in einer Weltklasse Zeit von 2:48 Minuten bereit war. Später konnte ich meine Schicht übergeben und konnte als Stellvertreter einige Stunden schlafen. Da es aber nicht sicher war, ob ich noch mal in den Einsatz musste schlief ich mit Grundtrageinheit, Splitterschutzweste neben dem Funkgerät, Helm und Gewehr. Für mich war die “Scharfe Wache” eine neue und gute Erfahrung, ich würde bei einem weiteren mal einige Dinge ändern um die Probleme, welche wir hatten zu Umgehen.

Am Freitag hatten wir wiederum Kaderausbildung und es wurde angekündet, dass wir das Schiessabzeichen sowie das Selbst und ABC/Kameradehilfe-Ribbon an diesem Freitag holen könnten.

Das Schiessabzeichen habe ich mit 71 Punkten exakt um einen Punkt verpasst. Das ABC/Kameradehilfe Ribbon habe ich mir aber gesichert. Yeah!

Nun geniesse ich mein verlängertes Wochenende und rücke heute Abend mit frischer Motivation wieder ein.

Ich wünsche der werten Leserschaft eine schöne Woche.

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