Botellón - Wenn Social Networking zum Selbstläufer wird
Letzte Woche habe ich zum ersten mal davon in der Zeitung gelesen. Die Rede ist vom Botellón, dem gemeinschaftlichen Saufgelage 2.0 .
Angerichtet ist das ganze relativ einfach. Man erstelle bei Facebook (kaum ein anderes Netzwerk hat eine so hohe Benutzerdichte erreicht) eine Veranstaltung an einem öffentlichen Platz und lade möglichst viele Freunde ein die Dasselbe auch wieder tun.
Ziel der “Veranstaltung” ist es danach den mitgebrachten Alkohol genüsslich im Übermass zu vernichten. Die Polizei steht dem massenphänomen momentan eher hilflos gegenüber — Es lebe die Revolution!
Seit ungefähr letzten Mittwoch rollt auch die Zeitungswelle an und man und an liest praktisch täglich davon. Dies verschafft den ausgelassenen Saufereien natürlich zusätzlichen Auftrieb.
Wehe wenn sie losgelassen, dachte ich mir gestern als ich auf Facebook von einem Kollegen eine Einladung zum Bottelón Nummer 1 in Bern erhielt. (Für Interessierte : 30. August 2008 20:00 @ Bundesplatz - BYOB)
Neugierig wie man ist, sagt man auch gleich zu und harrt der dinge die da kommen. Wir haben auch darüber diskutiert wie lange es geht bis die Public Relations aka 20Minuten/Blick und Co. in bewegung kommt.
Diese lassen nicht lange auf sich warten und werden aktiv. Heute finde ich auf 20Minuten die ersten Newseinträge und auch der Blick hat über die Berner Veranstaltung geschrieben. Der ganze Wind um die öffentlichen Massenbesäufnisse ist perfektes Hype Marketing, welches ohne tatkräftige Unterstützung der Medien gar nie zu einem solchen Ausmass gekommen wäre.
Es ist spannend die Entwicklungen aus der Ferne zu beobachten, jedoch sollte man die ganze Sache einmal Hinterfragen, wo Sinn und Zweck des ganzen ist.
Wie schnell die Welle der Begeisterung in eine Katerstimmung umschlägt wird sich zeigen.
Wer die Übersicht bei den Gelagen nicht mehr hat kann sich auf Bottelon.ch informieren.

FULW UOS 95-1 : Woche 8
Unterdessen ist mein Wochenende auch schon wieder zu ende und ich rekapituliere noch kurz die Geschehnisse aus der letzten Woche.
Am Montag und Dienstag war wie Üblich Technische Ausbildung. Wir lernten wie man die Fernantenne richtig aufbaut, was sich einfacher gestaltete als ich zuerst gedacht habe (abgesehen davon das wir eine Abspannung auf 8 Metern Höhe vergessen haben und das ganze teil wieder “runternehmen” mussten um diese Einzuhängen). Später testeten wir die 2-Takter Aggregate, welche wir im Notfall für die Stromversorgung brauchen. Da jemand scheinbar das Gemisch für den Betrieb falsch zusammengemischt hat rauchten unsere Aggregate den ganzen Kasernenplatz zu. Mit dieser Aktion machten wir uns nicht beliebt aber bekannter ;-) )
Nachdem der Technische Dienst am Dienstag beendet war, gingen wir in unsere Zimmer und legten gemäss dem erhaltenen Vorbefehl die notwendigen Utensilien bereit. Nach einer relativ hastigen Materialkontrolle und mit knurrendem Magen sassen wir kurz darauf im Theoriesaal wo uns die Gruppenaufteilung bekannt gegeben wurde (ja wir wurden wieder einmal sauber durchgemischt) und die Gruppenführer eingewiesen wurden.
Danach gings Los. Die Iron Team Trophy (kurz “ITT”) begann mit einem Radmarsch von Dübendorf in Richtung Hinwil. Die Strecke war ca. 25 Kilometer lang und dank unserem Ortskundigen gruppenführer überholten wir in den letzten Kilometern via Abkürzung zwei Gruppen und trafen als zweiter im Ziel ein.
Das Wetter war eher bedeckt und der Regen war bereits absehbar. Daher beeilten wir uns mit dem Zeltbau ein wenig und entfachten neben unserem Materialzelt unser Grabenfeuer. Später bekamen wir den Befehl auf dem Grabenfeuer ein Abendmahl herzurichten, welches von der Übungsleitung gekostet und bewertet wurde. Die Teigwaren waren bei der Bewertung als Positiv aufgeführt “Richtig Al Dente” und verschaffte uns somit den punktemässigen Vorsprung auf die bereits bewerteten Gruppen (Über das zu fade Chili-Johny-Fleisch-Saucengemisch lasse ich mich jetzt nicht aus). Im Endeffekt war das Zubereite geniessbar und stärkte uns.
Danach hiess es Ruhen. Doch die gewisse militärische Intuition, welche ich mir in den vergangenen Wochen angeeignet habe sagte mir das diese Ruhe nicht von langer Dauer sein wird. Mir war das egal, denn ich hatte sowieso die erste Schicht Funk und Feuerwache. Nach kurzer Zeit kam bereits ein Funkspruch und ich musste unseren Gruppenführer aus den Federn zur Befehlsausgabe jagen.
Nachdem Unser Gruppenführer zurück kam wussten wir wie das Programm weiter geht: SIM-Gefecht.
Als erstes mussten wir unsere Stellung verteidigen und der Gegner eine im Gelände aufgestellte Fahne erobern. Ich hatte meinen Posten im dunkel einer Ruine bezogen und wartete auf den Gegner. Plötzlich ging alles sehr schnell und ich sah einen Schatten vor mir welcher in Richtung Fahne huschte. Kurz gezielt und 3 Schuss später war die Runde vorbei. Ich weiss nicht ob ich jetzt nicht getroffen habe oder ob der SIM-Aufsatz eine Meise hatte. Jedenfalls war der Gegner nicht getroffen aber jedoch sehr erstaunt, das aus meiner Stellung geschossen wurde ;-)
In der zweiten Runde schlugen wir uns durch die Büsche (Wortwörtlich) und Griffen den Gegner an. Lange passierte wie bei unserer ersten Runde nicht viel. Wir tasteten uns zu Dritt langsam nach vorne, bis plötzlich einer meines Trupps getroffen wurde. Danach wurde es Hektisch und wir verloren kurz darauf einen weiteren Mann. Die Übungsleitung brach kurz darauf unsere Runde ab. Grund dafür war Eigenbeschuss der anderen Gruppe. Demzufolge gewannen wir diese Runde.
Später wurde die Übung abgebrochen und wir versorgten unser Material. Nun hiess es wieder Ruhen. Wir waren zu Fünft in der Gruppe und hatten zwei 2-er Plachenzelte erstellt. Ich machte es mir in unserem Materialzelt gemütlich, damit wir uns nicht in den Weg kamen. Irgendwann zu früh am morgen wurde ich geweckt und informiert, dass ich wieder Wacht Dienst schieben müsse. In meinem relativ verpennten zustand glaubte ich das natürlich. Fehler! Mein Kamerad hat einfach den Wachtplan nicht richtig gelesen und ich hätte noch in den Federn bleiben können. Da ich das aber zu spät bemerkte.
Der Zweite Tag unserer ITT gestaltete Sich mit einem Überdimensionalen Postenlauf wo wir unser Wissen und Können unter Beweis stellen mussten. Unter anderem Hatten wir auch noch Gruppendisziplinen wo wir zuerst einen Veloparcour absolvieren mussten.
Feldweibel bitte folgende Zeilen überlesen ;-)
Der Veloparcour war sozusagen eine kleine Rallye über das Gelände. Slalom, Hügel, “Downhill”-Elemente und Hindernisse waren zu überwinden, und das Ordonanzrad wurde an seine Grenzen der Leistungsfähigkeit gebracht.
Der Feldweibel darf wieder aufmerksam weiter lesen.
Nach dem Abendessen hatten wir einen San-Barren-Parcours zu Absolvieren, wo wir zusammen einen unserer Gruppe durch verschiedene Hindernisse tragen mussten. Die Übung war kräftezehrend aber sehr Spannend und Intensiv im Teamwork.
Danach hatten wir Zeit unser Material wieder abzubauen und eine Materialkontrolle durchzuführen. Alles war klar geregelt, bis die Übungsleitung in der Nacht änderte und es einige Widersprüchliche Befehle gab, welche in Arbeit ausarteten. (Alles wäre halb so wild gewesen hätte ich nicht ab dieser Zeit die Gruppenfürer Rolle übernommen.)
Ich musste meine Gruppe 2-3 Mal aus der Ruhe reissen um die Befehle von Oben durchsetzen zu können. Was nicht gerade zur Motivation meiner Gruppe beitrug. Später in der Nacht wurden wir Eingewiesen und Verschoben und starteten danach unseren Eilmarsch um den Greifensee zurück nach Dübendorf. Das Zeitlimit wurde uns bei 120 Minuten gesetzt, was nur schwer einzuhalten war. Wir schafften es nicht. Ich persönlich hatte in den ersten 5 Kilometern mühe dem Tempo meiner Gruppe zu folgen, und konnte sie ein wenig Bremsen. Die Darauf folgenden 5 Kilometer waren dann sehr mühsam für mich, da sich die Müdigkeit voll durchsetze und ich teilweise mühe hatte dabei (sprich irgendwie in der Formation) zu bleiben. Ich gab meinem Stellvertreter die Gruppenleitung ab und konzentrierte mich auf das Wesentliche… Hirn ausschalten und laufen. Als das Ende langsam In Sicht kam und die Schmerzen (ja ich habe mir einen schönen Satz Blasen angelaufen) zur Normalität gehörten, kam meine Motivation allmählich zurück.
In Dübendorf angekommen mussten wir unser Material schleunigst Putzen und uns für die Inspektion bereit machen. Parkdienst am Gepäck, Schuhen etc. Kurz Rasieren (wirklich nur kurz) und danach einstehen und versuchen nicht während dem Präsentieren einzuschlafen. Wir wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt und ich musste eine Entscheidungsfindungs-Übung (kurz EFU) machen. Die Müdigkeit verwandelte mein Ergebnis rein Visuell nicht wirklich in eine Meisterleistung. Der Major, welcher unsere Gruppe Inspizierte war aber von meiner Entscheidung und der geplanten Ausführung sehr angetan (und erwähnte dies auch in der Inspektion-Besprechung).
Nach der Inspektion konnten wir das Morgenessen einnehmen. Und unsere Übungsleitung hat da eine Deluxe Variante organisiert (inklusive gebratenem Speck und Rührei… Köstlich!) Danach durften wir endlich für ein paar Stunden schlafen gehen. Ich fiel sehr schnell in den Tiefschlaf und erwachte knappe 10 Minuten (also devinitiv zu spät) vor dem nächsten Termin. Egal es hat zeitlich knapp gepasst am Zielpunkt zu erscheinen.
Die Übung ITT hat mich persönlich an meine Grenzen gebracht und mir diese sehr klar aufgezeigt.
Am Abend wurden wir noch Informiert das die Fachgruppe Nachrichten und Wetter am nächsten Morgen bereits um 0600 melden müsse, weil wir die Übung “Veritas” absolvieren sollten. Diese Nachricht vermochte es nicht bei mir Freudentaumel und Glückshormone auszulösen.
Die Übung “Veritas” war ein Velo-Stern-Orientierungslauf (!) quer durch und um Dübendorf. Die Einzelarbeit bestritt ich mit einem Kameraden, der per Zufall immer die selben Posten zugewiesen bekam wie ich. Wir ergänzten uns sehr gut und schafften es sogar bei dem Posten auf dem Flugplatz nicht für Unruhe zu sorgen wie es andere Taten (Und danach vom Safety-Car aufgehalten wurden).
Am Freitag Nachmittag hatten wir noch Theorie über Verschiedene Netzwerke welche bei uns zum Einsatz kommen. Für mich persönlich war diese Theorie sehr interessant, jedoch schaltete das Relais bei anderen Kameraden sehr schnell auf Durchschaltmodus…
Am Freitag Abend hatten wir noch eine Materialkontrolle des Korpsmaterials und hatten danach Zeit unsere Unterkunft zu reinigen. Die meisten zogen es danach vor früh schlafen zu gehen.

Euro 2008 und der Moonliner
Der jugendliche Tatendrang bringt es oftmals mit sich, dass man frühmorgens Irgendwo in der nähe der schönen Stadt Bern steht und plötzlich (meist nach 03.30) das dringende Gefühl verspürt die Heimreise anzutreten.
Im Sommer ist der Heimweg kurzerhand mit genügend Motivation zu Fuss absolvierbar. Für die unmotivierteren Zeiten steht als Alternative (Plan B) der Moonliner zur Verfügung. Meinen “Notfall-Fünfliber” hab ich meistens im Portemonaie, dass ich nicht komplett ausgebrannt vor den Toren des Gefährts hängen bleibe. Soweit so gut - das Moonlinerprozedere wird wohl den meisten bekannt sein.
Wenn jetzt jedoch ein Ereignis wie die EURO 2008 die Herrschaft über die alltäglichen Handlungen nimmt ändert sich so einiges. Neu kann man während der Euro 2008 mit den normalen Billetten rumfahren.
Hier einige Beispiele:
- Libero-Abonnemente
- Libero-Einzelbillette
- Libero-Mehrfahrtenkarten
- Generalabonnement GA
- Bahnbillette, z.B. Thun – Bern retour oder Milano – Biel-Bienne
- Gleis 7
Einerseits schön. Ich als Inhaber des Libero Abonnements geniesse diese Möglichkeit doch sehr. Jedoch stösst es mir sauer auf das man normalerweise 5 Stutz liegen lässt und plötzlich während der Euro 2008 das Libero brauchen kann. Von mir aus gesehen, will Bernmobil da einen auf “oh-we-are-so-friendly” machen und ändert die Gewohnheit während der Euro 2008 ein wenig ab (Bernmobil ist da in guter Gesellschaft mit einigen Anderen Dienstleistern, welche plötzlich viel Kundenfreundlicher sind seit in Bern die Fussballwütigen eingetroffen sind).
Liebe Bernmobil wieso haben wir das nicht schon immer so? Mich persönlich würde es Interessieren, wieso man plötzlich den Moonliner ermässigt anbieten kann und dieses Vorgehen früher nicht möglich war, obwohl jemand ein Libero, Halbtax und Gleis 7 oder ein GA besitzt. Und ich könnte Wetten, das nach der Euro der Alltag wieder einkehrt und von jedem 5 Franken abgeknöpft werden.
Naja item, was hält die Leserschaft davon? Findet Ihr das positiv?

FULW UOS 95-1 : Woche 7
Montag und Dienstag hatten wir wie gewohnt Technische Ausbildung. Wir zeichneten Krokis und lernten was beim erstellen zu beachten ist. Später wurde uns die Organisation eines Nachrichtenposten näher gebracht. Meine Güte, jeder der jetzt noch sagt ein Nachrichten FULWie sei jemand der es sich im Büro gemütlich macht und einen Schoggijob hat bekommt eine Nachilfelektion von mir persönlich spendiert ;-)
Am Mittwoch hatte ich einen Arzttermin in Bern und bekam vom ganzen geschehen in Dübendorf nicht viel mit. Vom Vorbefehl her war mir klar, dass der Mittwoch Nachmittag für die Vorbereitung einer Waffen und Gefechtstechnikdrillpiste genutzt werden musste. Diese Pisten wurden danach am Donnerstagnachmitag live durchgespielt.
Ich habe meinen Rückstand inpunkto Drillpiste versucht am Donnerstag Mittag auf ein gemässigtes Level zu bringen, da jeder in der Lage sein musste die Drillpiste vorzuzeigen und zu befehlen. Insgeheim hoffte ich, dass ich nicht an die Reihe kam.
Meine Stossgebete an eine höhere Instanz wurden wohl aufgrund der tief liegenden Wolkendecke nicht wirklich empfangen und ich hatte das Vergnügen mit praktisch 0-Plan die Piste zu befehlen. Das zeigte mir einmal mehr, wie wertvoll ein vollständiger Lektionenplan sein kann.
Fazit: Mehr Infos auf dem Lektionsplan und das Leben gestaltet sich sehr viel einfacher.
Diese Woche hatten wir wie bereits angekündigt den Ausgang nur auf dem Kasernenareal, jedoch konnten wir den Match in der umgebauten Turnhalle bewundern. Hier noch einmal ein grosses Danke an alle Beteiligten! Die Abdetachierten haben einen wirklich genialen Job gemacht.
Am Abend war plötzlich eine Aufruhr und einige Sattelten das Velo. Die Übung “Charlie Echo Romeo Victor Echo Lima Alpha Tango” wurde kurzerhand trotzdem Durchgeführt. Eigentlich wollte unser Stabsadjundant diese Übung verschieben, weil der Wetterbericht nicht so zuversichtlich war. Das Wetter hielt sich aber gut und wir verbrachten ein paar wirklich schöne Minuten im Wald bei dieser Übung.
Der Wochenabschluss gestaltete sich Funkig. Wir mussten unsere Kenntnisse und Fähigkeiten mit dem Funksystem SE-225 unter Beweis stellen. Der Parcours war sehr interessant und demzufolge auch aufschlussreich, da wir auch die Macken dieses Systems sehr schnell am eigenen Leibe spürten.
Und wieder ist das Wochenende für mich fast gelaufen und Woche 8 blickt mir entgegen. In dieser Woche steht vor allem unsere Abschlussübung “ITT” auf dem Plan. Und viele ungeklärte Fragen stehen im Raum:
Was wird geschehen? Wie hart wird die Übung wirklich sein? Werden wir überhaupt ein Auge schliessen können?
Es bleibt Spannend! Mehr dazu nächstes Wochenende.
Noch etwas: Ich möchte kurz in ein paar Worten jenen gedenken, welche letzte Woche bei dem Bootsunglück in Wimmis tödlich verunglückt sind.

Nerd versus Real Life #3 - Multitasking
Informatiker Nerds sind Multitasker, ist klar ne? Folgedessen berherrschen Nerds auch die Fähigkeit während kleineren Aufgaben wie Wordpress Update eine Nebentätigkeit wie Kochen (mal abgesehen vom Fakt das Nerds nicht kochen können) abzuhandeln.
Früher an diesem Abend startete ich den Prozess essenmachen.sh und stellte eine Pfanne mit Wasser auf die Platte. Da jetzt aber die Zeitspanne bis das Wasser den Siedepunkt erreicht hat zu gross ist entschloss ich kurz nach oben zu gehen. Gesagt getan aus dem “kurz” wurde ein Wordpress Upgrade.
Später. Ich guck auf meinen Bildschirm - das Wordpress Update blubbert fröhlich vor sich hin. Ich denke, ich hole mir kurz was zu Trinken und gehe in die Küche. Urplötzlich merke ich , das sich der Prozess essenmachen.sh wohl leider noch Betastadium befindet und keine Rückmeldung gegeben hat das das Wasser bereits kochen würde. Jedenfalls das Wasser in der Pfanne ist zum Grossteil verdampft. Passiert ist glücklicherweise weiter nichts.
Schlussfolgerung: essenmachen.sh unbedingt mit Alarmen ausstatten ;-)

FULW UOS 95-1 : Woche 4 bis 6
Ja okay es war still in der letzten Zeit ich gebs ja zu. Das liegt einerseits daran, dass die Wochenende meistens zu kurz sind um sich noch gross etwas aus den Fingern zu Saugen ;-)
Woche 4
In der Woche 4 startete unsere Technische Ausbildung, auf dem Gebiet wo wir danach eingesetzt werden. Aufgrund meiner Einteilung, bin ich bei den Nachrichtensoldaten gelandet (sozusagen ein Aufklärer light Edition - stationär ;-) )
Am ersten Tag war auch schon eine Übung mit dem Namen Crepescule auf dem Plan. Man riet uns den Sackbefehl (welcher für die UOS Fachausbildung relativ gross ist) komplett dabei zu haben, es würde uns die Übung massiv erleichtern. Wie bereits aus den letzten Wochen Militär bekannt ist, fängt nach einem solchen Kommentar die Gerüchteküche massiv zu brodeln an. Von Radmarsch bis über Biwakieren war alles im Angebot. Die Übung stellte sich aber als Eintrittsmusterung heraus, wo wir verschiedene Posten anfuhren und danach Aufgaben zu Themengebieten wie Allgemeinwissen, Meteo-Kenntnisse, Geografie und Flugzeugerkennungsdienst lösten.
In dieser Woche hatten wir noch eine Funkübung, wo wir einen Morgen lang mit dem Funktotschläger aka Funkgerät quer über das Kasernenareal funkten.
Am ende der Woche mussten wir das gesamte Material, welches unsere Fachgruppe besitzt überprüfen und neu einräumen.
Während der Materialkontrolle hab ich auch noch gelernt was ein Drahtstift mit Flachkopf ist. Das ist nämlich die korrekte Bezeichnung für einen hundskomunen handelsüblichen Nagel. Man lernt eben doch nie aus!
Woche 5
Die fünfte Woche war geprägt durch Theorie und Praktische Anwendung von erlerntem. Beim Leitungsbau war das einerseits der Mastwurf-Parcours. Auf einer strecke liegt der Leitungsdraht bereit und die Pflöcke sind in den Boden geschlagen. Nun hat man 90 Sekunden Zeit möglichst weit zu kommen. 10 Mastwürfe sind Minimum um zu Erfüllen. Meinereiner hölt mit 21 Mastwürfen den Gruppenrekord. Ab 22 würde es zu einem “Hervorragend” reichen, aber so weit gehen wir mal nicht ;-) (Zugegeben es war verdammt knapp…)
In dieser Woche hatten wir noch den Flugzeugerkenungs-Test, welchen ich natürlich sauber verhauen habe. Die Nacharbeit war am Freitag 06.45 angesetzt, was ein früheres Aufstehen mit sich brachte. Henusude kann passieren.
Am Freitag wurde ausserordentlich noch eine grosse Material-Kontrolle (aka MatKo) angeordnet, weil bei der letzten selbständigen Material-Kontrolle nicht korrekt kontrolliert wurde. Henusude, kann passieren. Jetzt weiss jeder, was für Gegenstände fehlen.
Nach der Materialkontrolle brach ein Platzregen über Dübendorf herein. Und einige Spinner (da schliesse ich mich sogar mit ein) liessen es sich nicht nehmen in den strömenden Wassern einige Runden um die Kaserne zu sprinten. Soviel zum Thema “Das Kind im Manne”.
Woche 6
Die Woche 6 war wieder sehr abwechsungsreich (was nicht nur mit der regnerischen Wetterlage zusammen hing).
Am Montag lernten wir wie man von Hand eine Gefechtskarte zeichnet, und verunstalteten virtuell das Gebiet um Zürich mit Sprengungen, Luftlandungen, Gegner-Verschiebungen und Zerstörten Gebieten.
Am Mittwoch war Hochbau angesagt, doch bevor wir mit der Gabelstange begannen Leitungen in Bäume zu hängen stiegen wir mit den Steigeisen 3-5 Meter auf die Telefonmasten und lösten dort in der Höhe einen Flugzeugerkennungstest.
Am Nachmittag stand meine erste Lehrübung (also eine Übungslektion aus der Grundausbildung an, welche wir später unseren Rekruten halten müssen) auf dem Programm. Ich hatte eine der ersten Lektionen mit dem Sturmgewehr und versuchte mein Möglichstes. Als Note gab es ein Genügend, was für mich ein ziemlicher Motivationsdämpfer war, vor allem im Hinblick auf die angekündigte Übung Campus.
Nach dem Nachtessen und Vorbereiten für die Nachtübung fand ich mich bei unserem Materialmagazin ein um die bestellten Gegenstände für die Nachtübung zu holen. Der Magazin-Chef lachte als er mich alleine vor der Materialausgabe sah und meinte, dass ich da einige male laufen müsse bis alles am Zielort seie. Als ich die Liste sah war mir klar das ich meinen Auftrag nicht alleine erfüllen kann. Nach der Ausgabekontrolle war ich dafür verantwortlich, das das Material wieder komplett zurück kommt. Vom Warenwert her hätte es bestimmt für einen schönen Sportflitzer gereicht ;-)
Die Übung begann mit einer Lektion über Tarnen und Kämpfen in der Nacht. Danach mussten wir uns selbst Tarnen (Tarnschminke ahoi!) und verschoben danach mit dem Duro zu einem bekannt gegebenen Standort. Wie bereits einige male in dieser Woche regnete es. Grundziel war das Objekt für 12 Stunden zu Bewachen und die weitere Umgebung (800m um das Objekt) zu überwachen. Begonnen haben wir mit dem Begehen des Geländes und planen, wo die verschiedenen Wachposten platziert werden müssten. Um diese Arbeit zu erleichtern hatten wir ja diverse Spielzeuge wie zum Beispiel Restlichtverstärker und dergleichen zur Hand. Nachdem wir einen Plan und eine Lösung bereit hatten, brach die Übungsleitung die Übung ab. Wir mussten nicht draussen übernachten, da die Witterung zu schlecht war -> Gesunderhaltung der Truppe. Freude Herrschte auf der Rückfahrt ;-)
Nach einer Nachbesprechung der Übung ging es aber auch schon in richtung Bett zu dieser Zeit war es etwa 02:15 Uhr. Der nächste Morgen war allerdings schon zu früh wieder da und um 06:00 Uhr riss mich mein Wecker brutal aus dem Schlaf. Mein Ziel war es um 06:45 Uhr das Material wieder im Materialmagazin abzugeben. Wir waren zu zweit (Dank an Kamerad Corrodi) um diese Aufgabe zu erledigen, der Rest der Meute schlummerte noch friedlich vor sich hin. Später stiess noch Kamerad Fehr dazu, und half beim Rückschub. Alles war Komplett, bis auf ein Tarnstift welcher sich WDTW (Weis der Teufel wo) befand.
Kurz vor dem Mittag bemerkte ich, dass meine zweite Lehrübung nächsten Mittwoch im direkten Konflikt mit meinem Artzttermin in Bern steht. Ich meldete das, und meine Lektion wurde auf den Nachmittag vorverschoben. Dieses Vorgehen stand aber auch wieder im sehr direkten Konflikt mit meinem Lektionenvorbereitungsstand welcher sich auf einem Pegel von 10% fertig einpendelte - maximal! Meine Motivation war logischerweise nicht sonderlich hoch. Nach einem kurzen Zusammenschiss, konnte ich aushandeln, dass ich meine Lektion während den anderen Lektionen am Nachmittag vorbereiten durfte. Ich hielt später meine Lektion zum Thema “ABC Bereitschaftsgrad 1&2″ ab und erhielt eine gute Note, welche meine Motivation wieder langsam kommen lies. Am Abend hatten wir dann auch noch unseren letzten Ausgang, an welchem wir das Kasernenareal verlassen durften. Ab sofort wird das Rayon (sic!) für den Ausgang während der Ehm2008? UEFA EURO 2008 (TM) auf das Kasernenareal beschränkt. Dies fällt aber nicht so sehr ins Gewicht in Anbetracht der Lockerungen welche aufgrund dieser Massnahme getroffen wurden.
Am Freitag wurde uns am Antritts-Verlesen mitgeteilt, dass wir unsere Unterkunft bereits am Mittag sauber Putzen sollen. Unser Hauptmann hat ein Gesuch gestellt, das wir bereits am Freitagabend in unseren Wochenendurlaub dürfen, dass diese Massnahme natürlich sehr positiv aufgenommen wird war klar.
So endete die UOS Woche 6 bereits am Freitagabend und das Detachement “Federal” nahm das Abendessen im Bahnhof Zürich zu sich.

Keine Motivation…keine Zeit
Liebster Leser,
ich weiss dir dürstet nach neuen Erkenntnissen und Ereignissen aus meinem Leben. Und immer noch steht hier nicht viel neues aus den letzten zwei Wochen.
Keine Sorge, ich versuche nächstes Wochenende das Resumé zu schreiben, momentan hatte ich dazu schlichtweg keine Zeit und Motivation in die Tasten zu greifen. Andererseits könnte man auch sagen ich habe die Prioritäten anders gesetzt (Kino -> Iron Man [Prädikat: Empfehlenswert], Kollegen und Bahnhofplatz-Einweihung) ;-)
Aber keine Sorge, nächstes Wochenende gibt es wieder wie gewohnt Neuigkeiten.
Ich wünsche unterdessen eine schöne Woche.
Der gemeine Pöbel als Fähnrich
Der Renner in diesem Jahr sind aber ganz klar die Kleinstausführungen der Flagge, die man mit Plastic-Steckern ans Auto pinnen kann. Mindestens zwei müssen es schon sein, rein nur, um die Symmetrie zu wahren.Quelle: think eMeidi
Es scheint nicht nur mir aufzufallen, dass landesweit die Einwohner und Einwohnerinnen unseres Landes mit den Vorbereitungen zur Euro08 begonnen haben.
Dies zeigt sich einerseits durch die Flaggen welche überall aufgehängt werden. Vorbildlich, Gefällt mir, Weitermachen. Ich selbst sehe das weisse Kreuz auf rotem Grund täglich, wenn ich über den Kasernenplatz gehe.
Was mir persönlich bereits jetzt sehr auf mein Nervenkostüm drückt sind die Fähnchen, welche mittels Plastikhalterung am Auto angepinnt werden. Wer zum Henker kam auf die Idee diese Fahnen zu produzieren? Zugegeben, die Verbreitung ist genial und die Kasse wird auch ordentlich klingeln.
Doch hat da jemand an die Folgen gedacht?
Ein jeder weiss, dass bei den meisten Fahrzeugen die Aerodynamik massgeblich auch für den Verbrauch des Fahrzeuges verantwortlich ist. Ich persönlich will mal vermuten, dass die Doppelbefahnung an einem hundskommunen Personenwagen den Verbrauch massgeblich in die Höhe drückt. Aber das ist ja kein Problem wenn das Auto ein bisschen mehr vom ohne hin teuren Stöffchen (~1.90CHF/Lt.) weggurgelt.
Die Folgen kann sich jeder selbst ausmalen was es bedeutet, wenn jedes beflaggte Auto mehr Sprit braucht. Item, Patriotismus und Kommerz-Fangetue darf ruhig etwas kosten.
FULW UOS 95-1 : Woche 3
Die Woche 3 begann aufgrund der Festtage erst am Dienstag, an welchem wir uns mit verschiedensten Theorielektionen herum schlugen.
Am Mittwoch begann die mysteriöse Übung, welche auf dem Tagesplan lediglich durch eine Ausgefranste Linie vor Tagwach 0600 angezeigt wurde. Dank der Infiltrationstruppe (bekannt unter dem Tarnnamen “Fassmanschaft ZWO”) konnte in Erfahrung gebracht werden das wir frühestens um 0200 geweckt werden konnten (da der Zwipf zu dieser Zeit für uns bereit stehen musste). Geweckt wurden wir dann um 0300. Mit dieser Übung wollte man uns aufzeigen, wie wichtig Informationen für die Führung sind. Die Übung “Daywalker” wurde als 42 KM Marsch mit einem Fixpunkt am Nachmittag irgendwo im Nirgendwo wo wir danach einer anderen Truppengattung (Artillerie?) bei der Räumung eines Übungsgeländes helfen sollten. Da der Fixpunkt um 1600 ziemlich mit allem anderen auf dem Tagesbefehl in Konflikt stand, war uns bewusst das diese Informationen über die Übung “Daywalker” ziemlich genau für nichts waren.
Wir marschierten als zu früher Morgenstund los und kamen ca. um 0600. am Obersee an, an welchem wir uns Verpflegen durften. Der Nachfolgende Befehl war die Entwarnung für alle. Wir konnten nach dem Morgenessen zurück zu unserer Unterkunft marschieren und hatten bis nach dem Mittagessen Zeit für Selbststudium. Dieses Selbststudium diente bei den meisten zur Ausführung und Wiederholung der Stellung “Soldat liegend lang, aufgelegt auf Kopfkissen” (wahlweise gedeckt getarnt mit Flauschi).
Am Nachmittag durften wir nach einigen Trockenübungen die Sofort-Aktions-Techniken (SAT) im scharfen Schuss ausführen, was zu meinem erstaunen relativ gut klappte. Danach hatten wir wie bereits von unserem Ausbilder angekündigt die Gefechtsübung. Im Rückblick auf diese Übung bekomme ich bei der Schilderung des Ablaufs immer wieder glänzende Augen ;-)
Unter strahlendem Wetter mussten wir in Binomen verschiedene Stellungen einnehmen und über das Gelände verschieben. Begleitet wurde das immer wieder durch “Artilleriebeschuss”, welcher in Form von Knallpetarden auf uns herab regnete. Nach dem ersten Durchgang waren alle ziemlich am Schwitzen, da die kurze Zeit der Übung wirklich alles an Konzentration und Einsatz abverlangt. Danach spielten wir die Übung noch einmal durch, jedoch in der entgegengesetzten Richtung. Zum Abschluss musste sich jedes Binom mittels Nebelsatz und Knallpetarde in die Sicherheit des Hauses zurückziehen.
Aufgrund unserer Müdigkeit wurde auf das Nachtschiessen an diesem Tag verzichtet (die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit wäre nicht mehr gegeben gewesen). Wir hatten aber trotzdem noch eine Kurzeinführung mit der RakPist78, welche dazu dient in der Nacht ein Feld zu Beleuchten oder Signalraketen zu verfeuern. Nach einem High-Speed Parkdienst waren wir danach bereit um in die Koje zu steigen.
Die Übung “Daywalker” war nur der beginn einer angewandten Übung zum Thema Konfliktmanagement und wurde am nächsten Tag weitergeführt. Wir erhielten sehr wenige Informationen über den Ablauf/Vorbereitung. Wir wussten jedoch, dass wir zumindest einige Meter gehen mussten und machten die notwendige Marschvorbereitung. Danach mussten wir unsere Taschen leeren und sämtliches Gepäck auslegen. Um die Konflikte untereinander zu Verstärken wurden sämtliche “Suchtmittel” also Zigaretten, MP3 Player, Handys, Schnupf (!) und andere Suchtmittel beschlagnahmt. Danach wurden wir in die Duros verladen und nach Wahlenstadt kutschiert. Von da aus wurde kurz orientiert und danach los marschiert.
Die Höhendifferenzen auf diesem Marsch waren teilweise sehr Happig. Als wir auf der Strecke im Dörfchen Quinten vorbei kamen, ging mir ein licht auf wieso mir diese Strecke ein wenig bekannt vor kam. Ich war vor Jahren einmal mit meinen Eltern in diesem Gebiet wandern. Die Bilder meiner lückenhaften Erinnerung komplettierten sich aber schnell wieder ;-)
Die Idee mit den Zigaretten stiess auf einige Ängste, da ich persönlich einige Raucher kenne und weiss wie diese nach einem kalten Entzug reagieren. Die Konflikte wurden zusätzlich provoziert indem sich unsere Vorgesetzen in den Pausen eine Zigarette oder einen Stumpen genehmigten. Der Plan scheiterte aber darin, dass die Raucher sehr ruhig blieben.
Als das Ziel langsam in Sichtnähe kam, nahm die Gruppe drei ein heftiges Tempo an und zog die ganze Klasse mit grossen Schritten Richtung End-Checkpoint. Aufgrund dieser Marschleistung wurde entschieden, dass alle nun mit dem Duro zurück zur Unterkunft fahren durften. Somit waren unsere ca. 37 Kilometer geleistet und wir machten uns an diesem Abend auf um Unsere Packungen zu erstellen um am nächsten Morgen möglichst speditiv vorwärts zu kommen.
Am Freitag reinigten wir die Unterkunft und hatten danach die Möglichkeit das Militärsportabzeichen zu sichern. Aufgrund der wirklich perfekten Planung (nach einem 40er Marsch und vor einer Veloverschiebung) war die Motivation nicht wirklich da.
Danach erstellten wir wieder unsere Tenues, bedienten uns am Zwipf und begannen die Verschiebung mit Velo und Vollpackung in Richtung Dübendorf. Wie früher einmal bemerkt ist das Ordonanzrad 05 nicht wirklich etwas, was man sich unter komfortablem Fahrrad vorstellt. Wer meint das Fahrrad hat nur einen Gang, der hat völlig recht. Jedoch gibt es drei Varianten zum Vorwärtskommen mit diesem Rad. Diese wären: Laufen, Tragen und Fahren. Somit hat man für jedes Gelände einen gültigen Modus ;)
Wir kamen als erste in Dübendorf an und unsere Gruppe machte den anwesenden mit einer lautstarken Gefechtsmeldung bewusst, dass wir wieder auf Platz sind ;-)
Der Rest des Abends war mit Retablieren, Putzen, Materialkontrolle und Dienstbetrieb gesäumt. Kurz darauf hiess es dann Lichterlöschen und gute Nacht.
Ich wünsche ein schönes Restwochenende.
Sdt Widmer aka “alter Krieger”
P.S. Falls mich jemand aus der Grossen weiten Welt zu erreichen versucht. Ich habe zwar kein fliessend Internet zur Hand, jedoch habe ich Analog-Postempfang:
Sdt Widmer Bastian
FULW UOS 95-1/2008
Kaserne
8600 Dübendorf

FULW UOS 95-1 : Woche 2
Die zweite Woche der UOS sah jedenfalls auf dem Wochenpicasso (der Übersichtsplan der Wochentätigkeiten) relativ gemütlich aus.
Oberurnen ist ein wunderbares Fleckchen Schweizer Boden, umgeben von hohen Talrändern und eignet sich hervorragend zum Wandern ergo auch zum Marschieren.
Gesagt getan in Woche 2 Absolvierten wir die Schiesslehrerausbildung und marschierten danach 32KM zurück zu unserer Unterkunft, was im Rahmen der Übung “Veritas UNO” geschah. Der Marsch wurde immer wieder durch Übungs und Lernsequenzen unterbrochen. Die härteste Etappe war der Barrenbau. Wir hatten einen moment Zeit eine Sanitätsbarre zu bauen. Das man nicht einfach eine Barre baut ohne sie zu Verwenden wurde nach dem nächsten Befehl definitiv klar. Einer aus unserer Gruppe musste auf die Barre liegen und wir bekamen einen Zielpunkt (~1KM, gefühlte 10 Meilen) mitgeteilt. Die erste Gruppe bekommt als Belohnung für die Leistung 4KM Marschdistanz geschenkt. Unsere Gruppe startete als Letzte zum Lauf und wir hatten somit etliche Meter rückstand zu den beiden anderen Gruppen. Dank der Erschöpfung und unserem Einsatz (wir hatten ordentlich zu beissen) konnten wir als erste ins Ziel einlaufen. Am Tag unseres Marsches war auch noch die Übung “Go4Five” angesagt, im Klartext heisst das, dass um 1700 jeder ADA 5Km zurücklegen muss - für uns eh kein Problem, da wir sowieso unterwegs waren.
In dieser Woche war auch noch eine Lektion eingetragen “Stgw PD Musterlektion” mit einer Dauer von knapp 2 Stunden (sofern ich mich noch erinnern kann). Wir staunten nicht schlecht als uns gezeigt wurde, was die Putzkiste alles für Überraschungen bereit hält. Die Lektion war durchzogen mit zahlreichen “AHA”-Erlebnissen der Teilnehmerschaft. Danach war das Schiesseisen wieder sauber geputzt und erstrahlte in neuem glanze.
Nach dem Ausgang in Woche 2 demonstrierte einer in unserem Zimmer, dass unter Einfluss von Subsanzen welche man im Ausgang zu sich nimmt nicht nur die Rolle vorwärts sowie rückwärts möglich ist. Der Besagte segelte um 0030 mit einer Rolle vertikal aus dem oberen Stock seines Doppelbettes zu Boden. Doch keine Sorge, ein FULW-Grenadier hält sogar das aus *grins*.
Der Rest der Woche war noch mit Persönlichkeitsprofilen und Theoreielektionen (im Theoriesaal sowie draussen auf dem Feld) gesäumt. Am Freitag konnten wir früher als geplant das Abtreten vollziehen und das verlängerte Wochenende genissen.
