Weisse, Graue und Schwarze Schafe – Politfrustration

Nun melde ich mich auch noch zu Worte. Obwohl ich zu einem ernsten Grade frustriert bin. Dies liegt aber weniger am Herbst, welcher langsam Einzug in unser Land hält, sondern eher über die momentane verschafung der Bevölkerung.

Mario Aeby (emeidi) hat vor längerem bereits über die Politfrustraion geschrieben, und was soll ich sagen, er spricht aus was ich zurzeit auch fühle und denke.

Dies sind die dritten Nationalratswahlen, die ich als Stimmbürger miterleben darf – und wisst ihr was? Mich k*tzt die ganze Sache mächtig an wie nie zuvor. Mehr als einen Monat muss ich mich in der Stadt durch einen Plakatdschungel schwarzer Schafe, explodierender Atomkraftwerke, Ziegen und Legastheniker-Phrasen (“Hop Sviz”) durchkämpfen – um hinter jedem Hausecken dazu noch einen wildgewordenen GPKler, Komplotteur oder Blocher-Abwähler zu wähnen.

Kurz: Ich kann es kaum erwarten, wenn für die nächsten vier Jahre wieder Ruhe einkehrt!

Ich habe mich heute, entgegen jeden Rates mit der Kamera in die Altstadt gewagt. Was ich da zu sehen bekam, war mir bisher eigentlich nur aus den Nachrichten bekannt — Bilder welche man üblicherweise nur aus Krisengebieten sieht. Glücklicherweise war ich zu spät dran, sodass ich nicht die volle Ladung zu sehen bekam. Was ich aber sah, genügte mir.

Absolut verwerflich finde ich die Aktion der Autonomen, welche den Bundesplatz gestürmt haben und teilweise auch Zivilisten angriffen. Nach solchen Aktion frage ich mich ob es sinnvoll ist, die linken Schafe zu wählen. Wobei sich die Frage auch bei den Schafen auf der anderen Seite stellt.

Irgendwo in diesem unterdessen amerikanisch angehauchten Wahlkampf (wobei der Schwerpunkt auf Kampf liegt) geht der Sinn und Zweck des ganzen allmählich verloren – Die Politik und deren Ziele.

Ob ich gemäss Mario Aebi auch zur Generation MTV gehöre, geht leider nicht daraus hervor, jedoch habe ich unterdessen abgeschaltet und ignoriere den Public Spam der verschiedensten Parteien.

Ich habe nicht vor, den Zettel leer abzugeben, jedoch ist aufgrund der momentanen Situation der Blick des Wählers getrübt.

Demonstation und Polizeiaufgebot in der berner Altstatt vom 06. Oktober 2007

4 thoughts on “Weisse, Graue und Schwarze Schafe – Politfrustration

  1. theddy says:

    Mir geht je länger je weniger auf, warum die Polizei – den Versammlungsort der SVP, nicht geschützt hat… Vergessen? Absicht? Was sonst?

  2. Das ist in der Tat relativ erstaunlich, das der Versammlungsort nicht geschützt wurde. Ich denke dabei jedoch nicht als erstes von einem Geplanten vergessen, sondern eher davon, dass die Polizei einen relativ gross angelegten “Mehrfrontenkrieg” führen musste. Zeitungsberichten zur folge konnten um die 30 Anhänger des schwarzen Blocks bei einer Sperre durchbrechen (oder diese gezielt umgehen) um danach zum Bundesplatz zu gelangen. Ich hoffe, dass es noch Abklärungen zu diesem Thema geben wird. Jedoch waren die Verschiebungsaktionen der Polizei sehr strikte und rasch erledigt, wie ich das in der Altstadt gesehen habe. Die Koordination einer solchen Aktion ist immer schwierig, und 30 Personen sind sehr agil, im Vergleich zu einem Kastenwagen voller Polizisten. Ich denke, dass man sich zu fest auf einen Punkt gestützt hat, an früheren Demonstrationen waren stets in der Nähe des Bahnhofs noch Kastenwagen stationiert.

  3. habt ihr schon die videos der svp gesehen? die haben das ganze am bundesplatz mit mehreren professionellen kameras gefilmt. die haben nur darauf gewartet, dass das passiert. das ist ja das traurige…

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