FULW RS 95-1: Rückblick auf die ersten 2 Wochen

Wochenende, (Frei)zeit, Festtage können momentan mit einem Wort zusammengefasst werden: Göttlich!

Liebster Leser ich habe es nicht geschafft letztes Wochenende über meine erste Woche einen kleinen Bericht zu verfassen, da ich zu hause angekommen (nach ein wenig Laufsport – ja manche können nicht einfach abschalten) in einen komatösen Schlafzustand (Chnübli würde dafür jetzt wohl einen Fachbegriff kennen) fiel und dieser sich erst am nächsten Tag wieder verflüchtigte. Item, Fakt ist: Ich habe das letzte Wochenende verpennt.

Einige von euch kann ich bereits jetzt enttäuschen, es wird wohl keine “Rekrut Widmer im Kampf gegen Charlie”-Fotos geben, da uns in den ersten 2 Wochen bestimmt 5 Mal am Tag gesagt wurde, dass es strikte verboten sei Bilder zu erstellen welche…

  • … gegen das Persönlichkeitsrecht von AdA (Angehörige der Armee) verstossen
  • … geheime Anlagen/Apparaturen/Einrichtungen zeigen
  • … Ausbildungs-Sequenzen zeigen
  • … das Bild der Armee in der Allgemeinheit ein schlechtes Licht rücken könnten

Solange ich nicht die Erlaubnis besitze (oder besser den Befehl) ein Foto zu machen werde ich meinen Zeigefinger ausserhalb des Auslösebereichs meiner Kamera halten (Wer bei diesem Satz eine Anlehnung an eine Waf SiVo findet hat nicht unrecht).

Daher wird es keine “Rekrut Widmer im Kampf gegen den Feind”-Bilder geben (wohl auch besser so).

Generell kann man sagen, ich bin wohlauf. Dies liegt einerseits an der wirklich sehr guten Küche und andererseits an der positiven Überraschung, dass der Drill und die Geschichtli welche man so oft von seinen Kameraden gehört irgendwie nicht einmal so schlimm sind. Logisch gibt es mühsame Momente beispielsweise wenn man die komplette Materialkontrolle in der Turnhalle vollzieht und 40 KG Material plötzlich verpacken und danach verschieben muss (über 2 Stockwerke natürlich Tragend und nicht auf Rölleli) oder der manchmal doch relativ forsche Umgangsform der Vorgesetzten wenn wir Grünschnäbel einmal nicht das gemacht haben, was uns befohlen wurde.

Die Leitung der Züge wird wechselweise von Zeitmilitär und Miliz-Kader übernommen. Beide geben Ihr bestes und es klappt eigentlich wunderbar (Ausnahmen sind eher selten). Manchmal gibt es von den Gruppenführern noch Tipps, damit wir nicht einem der zahlreichen ungeschriebenen Gesetze zum Opfer fallen.

Komischer weise hat es mich nicht gross gestört beim vorherrschenden Infanteriewetter in den letzten beiden Wochen teilweise stundenlang im Regen (manchmal Schnee) zu stehen. Sind ja des Staates Kleider, welche nass werden ;-)

Die Kameradschaft im Zimmer sowie im Zug hat sich Schnell ergeben. Zwar klappt das Teamwork noch nicht in allen Belangen reibungslos, aber wir arbeiten daran.

Der RS kann man mit ein bisschen Willen entgegen allen Vorberichten positives abgewinnen:

  • Krawatte: Wer mich kennt weiss, dass ich nie eine Krawatte (bekannt unter Kulturstrick) trage. Und dies nicht einmal zur Konfirmation. Wenn ich das Kasernenareal für mein Wochenende verlassen will muss ich wohl oder übel für meinen Ausgänger einen Knoten bereit machen.
  • Ordnung: Wer bereits im Militär war, kennt es. Unter den Rekruten ist die Ordnung auch als “Zimmerfigg” bekannt, da man mit einer eigentlich unbedeutenden Kleinigkeit stundenlang hingehalten werden kann. Jedenfalls muss das Zimmer nach speziellen Vorgaben hergerichtet Werden. Das reicht von den Schnürsenkeln in den Schuhen bis zu den offenen Knöpfen des Ausgangs-Vestons.
  • Tagwache: Wer mich kennt, weiss das ich am Morgen normalerweise meine paar Minuten brauche bis meine Hirnwindungen auf Betriebstemperatur sind und alles reibungslos durch rattert da oben. Per Anfang RS wurde da jedoch ein Highspeed-Start eingeführt. Jedenfalls musste ich in der ersten Woche stets sehr viel Gas geben um die Körperpflege und Tenüerstellung am Morgen innerhalb der wenigen Minuten zu schaffen. Unterdessen gibt es bei mir nur noch den Punkt Rasur, an welchem ich Arbeiten muss ;-)

Praktisch Tagaktuelle berichte aus Dübendorf stellt Edgar Schnüriger (ein Kamerad aus Zug 4) zur Verfügung. Ich beschränke mich mit der Berichterstattung auf das Wochenende.

Ich wünsche mal eine schöne Woche und verabschiede mich langsam mal wieder.

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