FULW RS 95-1: Rückblick auf Woche 3 bis 5

Hossa, es ist wieder Wochenende und ich bin unterdessen bereits wieder einige Stunden Zuhause. Er hat es mir schon einmal orakelt und es trifft zu. Ich habe am Wochenende nicht immer die notwendige Motivation für einen kleinen Rückblick in die Tasten zu greifen, werde das aber sicherlich weiter versuchen. Hier nun der Rückblick auf Woche 3 bis Woche 5.

Woche 3

Woche 3 war dank Ostern relativ kurz, jedoch nicht minder Spannend/Anstrengend.

Jede Woche erlebt man seine persönlichen Hochs und Tiefs, aber da muss man durch und teilweise auch die Zähne zusammenbeissen.

Unter den eher negativen Punkten werte ich die ABC-Ausbildung. Es ist teilweise mühsam (vor allem, wenn man unfähig ist einen BG (Bereitschaftsgrad) 2 von einem BG 4 zu unterscheiden. *sich selbst an der Nase nimmt*) Zuhören ist numal Glückssache. Rückblickend muss ich lachen, da ich der einzige vom Zug war der nach ein paar Minuten im Vollschutz da stand und sich plötzlich mein Kamerad von rechts in mein Sichtfeld drängte und meinte das ich da ein wenig zu voreilig gehandelt habe.

Woche 4: Infanteriewoche

Von mir aus gesehen die erlebnisreichste Woche bisher. Am Montag war auch noch die Übung Secondo angesagt, welche mit einigen Ausbildungs-Sequenzen wie John Wayne köcheln und Verhalten und Bewegen bei Nacht gespickt ist.

Der John Wayne (Curry Edition) war relativ geniessbar (Aufgrund Vergleich mit eigenen zivilen Kochversuchsreihen könnte man das Dosengericht fast als Highlight betrachten – wenn man die Verfeinerung des Johnnys mittels Bärlauch [Militärisch: BäLa] einbezieht.) Es ist jedenfalls geniessbar und man hat danach etwas im Magen um die komplette Ausrüstung zu “entklimpern” sodass man keine Metallteile mehr hört und alles sauber abklebt was in Verbindung mit Licht reflektieren könnte. Der Marsch danach war relativ Kräfte raubend aber nach gefühlten Stunden auch vorbei. Es waren insgesamt 10 Leistungskilometer. Das Doppelte soll es bei der nächsten Marschübung werden.

Am Dienstag (01. April 2008) hatten wir blockweise Sanitätsausbildung. Unsere Gruppenführer vermeldeten am Nachmittag, dass unser Kadi die Anweisung gegeben habe aufgrund unserer mangelnden Disziplin den Nachmittag im BG4 zu bestreiten. Unnötig Anzumerken: Das Stimmungsbarometer sank innerhalb von Sekundenbruchteilen bis auf den absoluten Nullpunkt. Danach sammelten wir uns für die Verschiebung in einer 2er Kolonne und der Gruppenführer fragte den Flügelmann nach dem genauen Datum. Er musste es laut wiederholen und danach war klar, dass die Gruppenführer uns ziemlich an der Nase herum geführt haben. Es war glücklicherweise nur ein April-Scherz.

In dieser Woche stand noch das Schiessen auf die B-Scheibe auf dem Wochenpicasso. Da ich gegenüber der B-Scheibe schon seit längerer Zeit Abneigung verspüre muss ich zum Resultat auch keine Kommentare abgeben.
Wie bereits bekannt war die Woche 3 relativ Infanteristisch gestaltet, was sich auch noch durch Gefechtsformationen und Drillpiste (Also Hindernis-Bahn Light Edition) auszeichnete.

Die Gefechtsformationen waren sehr lehrreich, und so schlichen um die Baracken auf dem Kasernenareal und infiltrierten dieses. Als Bö Fei (Böser Feind) stellte sich unser Zugführer zur Verfügung, welcher mich genüsslich einige male mit einem breiten grinsen auf den Lippen ausschaltete. Pech gehabt – Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und konnte diese ausmerzen, danach hatte ich das grinsen auf meiner Seite.

Woche 5 – Mixed Stuff

Letzte Woche hatten wir wiederum ein Schiessprogramm in der KD-Box (Kurzdistanz Schiessanlage bis 30 Meter) zu absolvieren. Alles in allem war es sehr lehrreich. Es ging im Grossen und Ganzen darum, das Verhalten für den Wachdienst zu erlernen und richtig zu handeln und zu zielen (was nicht immer ganz einfach ist, da man schnell und vor allem sicher handeln muss).

Da der Kadi mit unseren Waffenkenntnissen nicht zufrieden war (Inspektion lässt grüssen) wurden die noch nicht verplanten Minuten unter der Woche mit Waffenkunde (aka “Rigle”) aufgefüllt.

Am Donnerstag war ich ab Mittag bis Abend als Wache eingeteilt und sorgte für die Zutrittskontrolle auf unser Areal. Wache wird von vielen als Bestrafung und Langweilig angesehen, jedoch zu den Stosszeiten am Abend wenn alle wieder zurück in die Kaserne kommen kann es auch relativ stressig werden. Ein Telefon hie, eine Weiterleitung da, den Befehl XY an das Piquet weiterleiten, Meldeläufer spielen und last but not least Putzdienst.

Unter der Woche hatten wir das Vergnügen mit einer weiteren Light-Variante der Hindernis-Bahn. Der 110% Einsatz macht sich momentan nur noch durch die blaugrüne Färbung meines Handgelenks bemerkbar.

Am Freitagmorgen stand dann das Blutspenden auf dem Programm, ich schied leider aufgrund meiner Erkältung aus und hatte das Glück nicht an die Grundausbildungs Repetition (Rigle, ABC u.s.w) zu müssen sondern wurde auf der Wache stationiert. Nach dem normalen Ablauf wie Materialkontrolle und Kasernenputzdienst ging es schon langsam in Richtung Wochenende.

Auf das Leistungsabtreten konnte ich aufgrund des knapp bestandenen Orientierungslaufes (wir sind mehr geschwommen als gelaufen) nicht hoffen. Jedoch habe ich im Telematiktest die Benotung “Hervorragend” nur um einen Punkt verpasst.

Morgen Startet die zweitägige Übung im Raum Schwyz, ich denke es könnte noch heftig werden und Schlaf schätze ich bereits jetzt als Mangelware ein.

Frontnews Ende.

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