FULW UOS 95-1 : Woche 3

Die Woche 3 begann aufgrund der Festtage erst am Dienstag, an welchem wir uns mit verschiedensten Theorielektionen herum schlugen.

Am Mittwoch begann die mysteriöse Übung, welche auf dem Tagesplan lediglich durch eine Ausgefranste Linie vor Tagwach 0600 angezeigt wurde. Dank der Infiltrationstruppe (bekannt unter dem Tarnnamen “Fassmanschaft ZWO”) konnte in Erfahrung gebracht werden das wir frühestens um 0200 geweckt werden konnten (da der Zwipf zu dieser Zeit für uns bereit stehen musste). Geweckt wurden wir dann um 0300. Mit dieser Übung wollte man uns aufzeigen, wie wichtig Informationen für die Führung sind. Die Übung “Daywalker” wurde als 42 KM Marsch mit einem Fixpunkt am Nachmittag irgendwo im Nirgendwo wo wir danach einer anderen Truppengattung (Artillerie?) bei der Räumung eines Übungsgeländes helfen sollten. Da der Fixpunkt um 1600 ziemlich mit allem anderen auf dem Tagesbefehl in Konflikt stand, war uns bewusst das diese Informationen über die Übung “Daywalker” ziemlich genau für nichts waren.

Wir marschierten als zu früher Morgenstund los und kamen ca. um 0600. am Obersee an, an welchem wir uns Verpflegen durften. Der Nachfolgende Befehl war die Entwarnung für alle. Wir konnten nach dem Morgenessen zurück zu unserer Unterkunft marschieren und hatten bis nach dem Mittagessen Zeit für Selbststudium. Dieses Selbststudium diente bei den meisten zur Ausführung und Wiederholung der Stellung “Soldat liegend lang, aufgelegt auf Kopfkissen” (wahlweise gedeckt getarnt mit Flauschi).

Am Nachmittag durften wir nach einigen Trockenübungen die Sofort-Aktions-Techniken (SAT) im scharfen Schuss ausführen, was zu meinem erstaunen relativ gut klappte. Danach hatten wir wie bereits von unserem Ausbilder angekündigt die Gefechtsübung. Im Rückblick auf diese Übung bekomme ich bei der Schilderung des Ablaufs immer wieder glänzende Augen ;-)

Unter strahlendem Wetter mussten wir in Binomen verschiedene Stellungen einnehmen und über das Gelände verschieben. Begleitet wurde das immer wieder durch “Artilleriebeschuss”, welcher in Form von Knallpetarden auf uns herab regnete. Nach dem ersten Durchgang waren alle ziemlich am Schwitzen, da die kurze Zeit der Übung wirklich alles an Konzentration und Einsatz abverlangt. Danach spielten wir die Übung noch einmal durch, jedoch in der entgegengesetzten Richtung. Zum Abschluss musste sich jedes Binom mittels Nebelsatz und Knallpetarde in die Sicherheit des Hauses zurückziehen.

Aufgrund unserer Müdigkeit wurde auf das Nachtschiessen an diesem Tag verzichtet (die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit wäre nicht mehr gegeben gewesen). Wir hatten aber trotzdem noch eine Kurzeinführung mit der RakPist78, welche dazu dient in der Nacht ein Feld zu Beleuchten oder Signalraketen zu verfeuern. Nach einem High-Speed Parkdienst waren wir danach bereit um in die Koje zu steigen.

Die Übung “Daywalker” war nur der beginn einer angewandten Übung zum Thema Konfliktmanagement und wurde am nächsten Tag weitergeführt. Wir erhielten sehr wenige Informationen über den Ablauf/Vorbereitung. Wir wussten jedoch, dass wir zumindest einige Meter gehen mussten und machten die notwendige Marschvorbereitung. Danach mussten wir unsere Taschen leeren und sämtliches Gepäck auslegen. Um die Konflikte untereinander zu Verstärken wurden sämtliche “Suchtmittel” also Zigaretten, MP3 Player, Handys, Schnupf (!) und andere Suchtmittel beschlagnahmt. Danach wurden wir in die Duros verladen und nach Wahlenstadt kutschiert. Von da aus wurde kurz orientiert und danach los marschiert.

Die Höhendifferenzen auf diesem Marsch waren teilweise sehr Happig. Als wir auf der Strecke im Dörfchen Quinten vorbei kamen, ging mir ein licht auf wieso mir diese Strecke ein wenig bekannt vor kam. Ich war vor Jahren einmal mit meinen Eltern in diesem Gebiet wandern. Die Bilder meiner lückenhaften Erinnerung komplettierten sich aber schnell wieder ;-)

Die Idee mit den Zigaretten stiess auf einige Ängste, da ich persönlich einige Raucher kenne und weiss wie diese nach einem kalten Entzug reagieren. Die Konflikte wurden zusätzlich provoziert indem sich unsere Vorgesetzen in den Pausen eine Zigarette oder einen Stumpen genehmigten. Der Plan scheiterte aber darin, dass die Raucher sehr ruhig blieben.

Als das Ziel langsam in Sichtnähe kam, nahm die Gruppe drei ein heftiges Tempo an und zog die ganze Klasse mit grossen Schritten Richtung End-Checkpoint. Aufgrund dieser Marschleistung wurde entschieden, dass alle nun mit dem Duro zurück zur Unterkunft fahren durften. Somit waren unsere ca. 37 Kilometer geleistet und wir machten uns an diesem Abend auf um Unsere Packungen zu erstellen um am nächsten Morgen möglichst speditiv vorwärts zu kommen.

Am Freitag reinigten wir die Unterkunft und hatten danach die Möglichkeit das Militärsportabzeichen zu sichern. Aufgrund der wirklich perfekten Planung (nach einem 40er Marsch und vor einer Veloverschiebung) war die Motivation nicht wirklich da.

Danach erstellten wir wieder unsere Tenues, bedienten uns am Zwipf und begannen die Verschiebung mit Velo und Vollpackung in Richtung Dübendorf. Wie früher einmal bemerkt ist das Ordonanzrad 05 nicht wirklich etwas, was man sich unter komfortablem Fahrrad vorstellt. Wer meint das Fahrrad hat nur einen Gang, der hat völlig recht. Jedoch gibt es drei Varianten zum Vorwärtskommen mit diesem Rad. Diese wären: Laufen, Tragen und Fahren. Somit hat man für jedes Gelände einen gültigen Modus ;)

Wir kamen als erste in Dübendorf an und unsere Gruppe machte den anwesenden mit einer lautstarken Gefechtsmeldung bewusst, dass wir wieder auf Platz sind ;-)

Der Rest des Abends war mit Retablieren, Putzen, Materialkontrolle und Dienstbetrieb gesäumt. Kurz darauf hiess es dann Lichterlöschen und gute Nacht.

Ich wünsche ein schönes Restwochenende.

Sdt Widmer aka “alter Krieger”

P.S. Falls mich jemand aus der Grossen weiten Welt zu erreichen versucht. Ich habe zwar kein fliessend Internet zur Hand, jedoch habe ich Analog-Postempfang:

Sdt Widmer Bastian
FULW UOS 95-1/2008
Kaserne
8600 Dübendorf

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2 thoughts on “FULW UOS 95-1 : Woche 3

  1. Ui, hört sich ja heavy an. Da hast Du in einer Woche mehr gemacht als ich in meiner ganzen RS ;-) Ist das Sportabzeichen eigentlich noch immer der Garant dafür das man eine “Einladung” für die UO erhält?

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