FULW RS 95-2 : Woche 16

Die Verbandsausbildung (VBA) ist ja bekanntlicherweise die Zeit, in welcher das Gelernte aktiv (sozusagen “im Einsatz”) angewendet wird. So ist es auch nicht verwunderlich, dass wir am Montag ziemlich viel in die Kampfrucksäcke packten und oben drauf noch der Schlafsack geschnallt wurde. Übung “Real” wir kommen!

Die Übung “Real” hatte zum Ziel, dass jeder Nachrichten Zug seine Aufgabe einmal unter erschwerten Bedingungen und Zeitdruck durchspielt. Die Übung hatte insgesamt 3 Phasen in welchen die Züge abwechslungsweise Funk-Beobachtungsposten, Draht-Beobachtungsposten oder den Zentralenbetrieb übernahmen. Da wir in unserem Zug nur Soldaten für 2 Gruppen hatten konnte ich in der Phase 1 der Übung ein bisschen kürzer Treten und mich um das Rückwärtige für die nächsten Phasen kümmern (Zeitpläne, Ablösungspläne, Tagespicasso und ähnliches).

Aus Fehlern lernt man. Daher könnte man sagen, dass wir in der ersten Phase sehr viel gelernt haben!Zitat Fachausbildner

Es lief wahrlich nicht alles reibungslos in der ersten Phase. Jedoch lernt man immer dazu und man kann es in der Folgephase besser machen. In der zweiten Phase nahmen wir uns der Zentrale an. Und ich habe mich selbst zu 10 Stunden Zentrale verdonnert, da ich in der ersten Phase nicht viel gemacht habe und dies Ausgleichen wollte. Das Ergebnis war ein relativ wacher und zudem aufgedrehter (übermotiviert könnte man auch sagen) Wachtmeister am Mittwochmorgen ;-) Während der Übungsbesprechung wurde es teilweise ein bisschen lauter als gewohnt, da einige Herren in der Runde nicht begriffen hatten, wann man welche Fragen stellen sollte. Die Phase 2 war klar nicht Erfüllt (“NEF Miner Herre! NEF!!”).

Am Mittwoch startete die Phase 3 wo ich während der Übung erstmals richtig draussen im Feld eingesetzt wurde. Mit dem Ziel vor Augen alles besser zu machen gingen wir an unser Werk. Beobachtungsposten aufbauen, tarnen, Rückwärtiges aufbauen, Kochen etc. etc. es gibt zu tun und wir waren gut im Zeitplan.

Die Nacht war genial, jedenfalls wenn man uns aufklären musste. Vollmond, grösstenteils Wolkenlos und warm (ca. 17°C). Bei diesen Bedingungen machte es mir nicht viel aus ab und zu Kontrollen auf dem Beobachtungsposten zu machen. Als ich mir sicher war, dass alles funktioniert und die Sache rund läuft gönnte ich mir auch ein paar stunden Schlaf im Pikettraum unserer Unterkunft. Mein Ausflug ins Traumland währte aber nicht so lange, nach gefühlten 5 Minuten wurde ich geweckt. Die Kameradenwarnung hat angegeben, dass die Schulkommandantin unseren Posten inspizieren wollte. Dies war nichts neues, da des öftern mal ein Adjundant mitten in der Nacht als “Alptraum” getarnt bei uns vorbei schaute, und überprüfte ob alles funktioniert wie es soll.

Mit ein bisschen Zeitgefühl und Glück machte ich mich am frühen morgen auf den Weg zu unserem Beobachtungsstandort, wo auch schon die Schulkommandantin und unser Fachausbilder warteten und sichtlich überrascht waren, dass ich als Ehrengarde erscheine. Nach einem kleinen Rundgang meldeten sie sich ab und verschoben zu einem anderen Nachrichtenposten um auch diesen noch zu Inspizieren.

Fehler wurden in der letzten Phase fast keine gefunden, es klappte fast alles gut – Naja fast alles. Die Übungsleitung hatte es vergessen um 0400 die neuen Marschbereitschaftsgrade bekannt zu geben, was einige Verwirrung gab. Aber das war zum Glück: “Nicht Problem meiner Stufe” ;-) Streng genommen hätte ich erst um 1130 wieder bei der Zentrale sein müssen, da ich aus dem Standardbereitschaftsgrad 4 Stunden Vorlaufzeit haben muss. Bereitschaftsgrade sind manchmal etwas Schönes ;-)

Nach der Übung starteten wir damit, das Material zu Kontrollieren und uns für die Verlegung bereit zu machen. Danach winkte schon ein Ausgang, welchen ich zum Packen und schlafen zu nutzen vermochte.

Am Freitag wurde die Kaserne komplett geputzt und abgabefertig gemacht. Danach hiess es Urlaub bis Montagabend.

Ab Dienstagmorgen die Übung “Semper sersum” was etwa “Even onward -> Immer mehr/weiter” bedeutet. Grob gesagt geht es in dieser Übung um einen fiktiven Ernsteinsatz, es wird also spannend! Aber davon kann ich nächstes Wochenende mehr erzählen…

Ich wünsche eine schöne Woche!