FULW RS 95-2 : Woche 20 – Übung “DHU – Finale”

Berühmt, berüchtigt, gefürchtet und vor allem Unberechenbar. So wurde uns im Vorfeld von der Durchhalteübung (DHU) erzählt. Geistig auf das schlimmste vorbereitet starteten wir in die Durchhaltewoche. Da ich am Sonntagabend zur falschen Zeit am falschen Ort neben dem Hauptfeldweibel vorbeischlich wurde ich direkt zum Wachtkomandanten befördert. Tja so hat es einem. Ich führte also die Zutrittskontrolle in Wallisellen. Irgendwann vor Mitternacht hatten die Kader die Befehlsausgabe für die DHU. Irgendwann in der Nacht (es war etwa 0200) traf ich meinen Zugführer in der Kaserne. Er hatte mir den Auftrag den Funknetzplan für die DHU zu erstellen.

Am Montag stellten wir das Komplette Material bereit und verluden dieses auf die Anhänger. Am Dienstag standen AGA-Repetitionslektionen auf dem Tagesplan. Ich durfte eine Funkgerätlektion abhalten, welche von den Wenigsten im Raum aufgenommen wurde. Daher ersparte ich mir nach der Ersten von 3 Lektionen die Mühe und liess die anderen Lektionen bleiben. Die Funkgeräte waren sowieso eingerichtet das sie Funktionierten und wenn etwas nicht so tat wie es sollte, wendete man sich sowieso an mich ;-) (Ich könnte fast behaupten das Pareto-Prinzip angewendet zu haben). Nebst den Lektionen absolvierten die Soldaten noch den Wachtdienst-Test und ein 300Meter Schiessen.

Danach verschoben wir in Richtung Oberurnen zur Eternit AG wo wir als Schlafplatz eine Lagerhalle für spezialbeschichtete Eternitplatten bezogen. Leider war diese Halle nicht wirklich Standhaft, sodass der Regen, welcher in dieser Nacht fiel ungehindert den weg in unsere Schlafsäcke fand. Am Morgen schwamm ich zum Schlafsack hinaus und kämpfte zum ersten mal mit meiner Eigenmotivation. Diese war aber schnell gefunden, da unser Trupp die Nachrichtenzentrale aufbauen durfte. Und die Zentrale ist erfahrungsgemäss trocken, warm und wettergeschützt. Als Stützpunkt dienten uns zwei grosse Hangarhallen welche von einem Zug komplett eingezäunt und mit Stacheldraht gehärtet wurde. Dieser Zug stellte danach die Sicherung des Dispos sicher.

Im Hangar selbst bauten wir mit den vorhandenen Mittel die Komandowände und richteten uns innerhalb weniger Stunden komplett ein, sodass auch die Übungsleitung mit dem Ergebnis sehr zufrieden war. Nach dem Aufbau war Schichtbetrieb angesagt. Wir einigten uns auf 4 Stunden Schichten, was mit 4 Wachtmeistern eine sehr gemütliche Angelegenheit ergab. Ich schlief die meiste Zeit wenn ich nicht gerade irgendwo gebraucht wurde.

Via Telefon kam von unserer Vorgesetzten Stelle, dem Flugplatz Kommando, immer wieder neue Lageinformationen. Es war ja fast anzunehmen, dass irgendwann eine Bombe gefunden wird welche irgendwo in der Industrie etwas hochgiftiges verstreut, das auf uns zu Steuert. Für uns hiess das langsame Bereitschaftsgraderhöhung. Am Schluss sassen wir im C-Vollschutz da und warteten auf die Verschiebung nach Frauenfeld.

Hier wurde meine Durchhalteübung aber auch schon relativ abrupt abgebrochen, da sich in meinem Leben ausserhalb der Armee einige Dinge getan haben welche meine Anwesenheit erforderten. So wurde ich ausgegliedert und am Donnerstagabend entlassen. Hier noch ein dank an die Übungsleitung, welche die Angelegenheit sehr schnell und problemlos organisiert haben. Danke!

One thought on “FULW RS 95-2 : Woche 20 – Übung “DHU – Finale”

  1. spannende rückblicke, wie immer. hoffentlich hat sich das ausser-armee-ding so geregelt, wie du es dir gewünscht hast.

Comments are closed.