WK – cp rens FA 64 – Woche 3

Wie bereits geschildert rückte ich und 22 andere Kameraden der Kompanie 64 am Sonntagabend statt in Fribourg im Raum Olten ein. Mit vielen Unklarheiten warteten wir bis 2200 Uhr am Bahnhof wo auch bald der Hauptmann der Wetterkompanie auftauchte und uns in einen Camion verlud der uns zur Unterkunft brachte.

Nach dem deponieren des Materials hatten wir eine Theorie wie die nächsten Tage ablaufen würden. Sehr neu dabei war das unser Detachement in die ganze Schweiz verteilt werden soll (unter anderem Basel-Land und Süd-Tessin). Die Theorie sollte eigentlich offene Fragen klären, warf aber mit jeder weiteren Folie weitere Fragen auf. Jedoch wurde die Dankbarkeit für unseren Spezial-Einsatz mehrmals Unterstrichen. Henusode später wurde klar, dass ich am nächsten Tag um 0800 mit meinem Detachement ins Süd-Tessin gehen werde. Auf die Fragen, wie lange unser Engagement für die Wetterkompanie dauern soll und wie die das Wochenende geregelt ist erhielt man keine brauchbaren Antworten. Später beschlossen wir einmal über die Sache zu schlafen, da man um 2350 Uhr sowieso keine erfolgreichen Informationsversuche starten kann.

Als dann am nächsten Tag unser Fahrer aus Fribourg mit dem Material des Detachements bei uns eintraf befahl der dort zuständige Kadi dem Fahrer da zu bleiben (was irgendwie speziell ist da unser Fahrer 1. Nicht dem besagten Kadi unterstellt ist und 2. Anderweitig für unsere Kompanie gebraucht wurde). Nach dieser Aktion hatte ich schon ein eher ungutes Gefühl der Organisationskunst.

Die Zeit verstrich und es wurde etwa 1000 Uhr bis wir einen Fahrer erhielten und unser Gepäck verluden und zum Rückwärtigen der Wetterkompanie zu fahren. Dort stellte sich mir der Kadi vor und wir hatten eine kurze Befehlsausgabe für unser Engagement. Offene Fragen wurden geklärt andere blieben weiterhin offen (wie zum Beispiel bis wann wir für die Wetterkompanie dienen). Für den dort anwesenden Kommandanten war klar, das wir ein rollendes Wochenende durchführen und unser Engagement bis am nächsten Dienstag 1200 Uhr dauern sollte, was in Anbetracht der WEMA und unserem WK Ende am Mittwoch irgendwie nicht aufgehen konnte. Eine telefonische Rückfrage beim Kommandanten der Nachrichtenkompanie brachte andere Resultate welche ich beim Wetterkadi einbrachte (das etwas Organisatorisches im beachtlich langen Dienstweg zwischen Nachrichten Kompanie 64 und Wetter Kompanie 72/73 nicht stimmen konnte bestätigte sich einmal mehr). Dieser Herr, welcher eine beeindruckend gute Auffassungs- und Planungsgabe bei der Befehlsausgabe bewies stieg nach meinen Informationen an die Decke und bemühte sich seiner Stabsmitglieder. Für mich war jedenfalls nicht eindeutig klar wem ich jetzt direkt unterstellt war und daher beschloss ich mich, nach einigen Telefonaten und Diskussionen,  nicht länger bei dem Boss Sandwich mit zu mischen und informierte, dass ich jetzt einmal gar nichts unternehmen werde bis sich die Problemsituation auf dem Dienstweg (a d Dw)  klärt. Wenn ich meine Aktion auf der Risikomanagement-Karte platziere lande ich im knallroten Bereich was normalerweise in die Kategorie “You should not even think about it!” abgelegt wird.

Der Hauptmann sichtlich nicht erfreut ab meiner Reaktion bemühte sich alsdann eines Formulars 6.005er an seine Stabsstelle. Ich wurde kurze Zeit später mit den mittelmässig-freundlichen Worten “i würd chli gas gä” zum Oberstleutnant zitiert.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde klar Führungsschichten nicht mehr vom gleichen zu reden scheinen und sich der Tag eher mühsam gestalten wird.

Nach der Unterredung mit dem Oberstleutnant – welcher das Problem anhörte –  stand fest, dass wir via Befehl direkt der Wetterkompanie unterstellt sind und finito. Rollendes Wochenende wird durchgezogen und wir unterstehen der Wetter Abteilung bis am Dienstag 1200.

Spätestens nach dieser Unterredung hatte ich mein Pulver verschossen und musste klein bei geben, der Oberstleutnant und der Hauptmann informierten meine Gruppe. Ich entliess danach zwei Soldaten ins Wochenende und verschob mit Sack und Pack ins Süd-Tessin.

Der Rest der Woche im Tessin gestaltete sich relativ angenehm. 6 Personen waren immer Anwesend und schoben in 6  Stunden-Ablösungen Wache und Führten das KP des Wetterzuges und zwei konnten das rollende Wochenende geniessen (wobei im Tessin das schönere Wetter vorherrschte).

Da man im Militär immer irgendwie jemanden kennt, traf ich Wachtmeister Hähni im Tessin an was den Aufenthalt zeitweise sehr aufheiterte.

Am Sonntag wurde der Standort im Süd-Tessin aufgehoben und ich durfte zusammen mit einem Kameraden mein wohlverdientes Wochenende antreten. Den Rest meiner Gruppe überlies ich meinem Stellvertreter (mit einem getrübten Gefühl, da ich der ganzen Sache inpunkto Organistation immer noch nicht ganz traute).

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