Recap – Cloud Suisse Conference 2010

Gestern fand im Technopark Zürich die erste Cloud Suisse Conference statt. Ich konnte zwar erst am Nachmittag beiwohnen möchte aber trotzdem meine aufgesammelten Eindrücke wiedergeben.

Der Nachmittag begann mit einem Talk von Philipp Karmires über den Büroarbeitsplatz der Zukunft. Dieser Teil konnte mich leider noch nicht ganz überzeugen, weil einfach die Vorteile von Google Apps Enterprise in Verbindung mit dem Google Apps Store verdeutlicht wurden.

Danach wechselte ich den Track, denn Infrastructure as a Service (IaaS) erwärmt mein Herz mehr. In diesem Track ging es um High Performance Computing in der Cloud mit dem speziellen Fokus auf die Pharma Industrie und Forschung legte. Diese Bereiche benötigen nicht einfach einen 0815-Cluster sondern teils spezielle Prozessoren und keine spezialisierten Network-Interfaces, welche zurzeit noch von keinem Anbieter gestellt werden.

High Performance Computing in der Cloud

Ein wichtiges Credo aus diesem Vortrag ist, dass die Cloud zwar sehr gut Skaliert – in der Leistung jedoch auch Finanziell unendlich weit. Wenn man konstant Leistung aus einem System bezieht kommt man aus diesem Grund schnell von der Cloud Idee ab weil die Kosten von selbst betriebener Infrastruktur tiefer sind (Eigenbetriebskosten vs. Cloudkosten). Also hat auch IaaS nicht nur Vorteile. Wichtig bei so einem Vorgehen ist, dass man ein (Achtung Buzzwordbingo!) Customer Lock-In schon beim Aufbau eines Projektes zu vermeiden Versucht, zu dem später mehr.

The Datacenter – Where the Cloud Lives

Der Nächste Talk war in Englisch und trug den Titel: “Where the Cloud Lives – The Carrier Neutral Data Center” und wurde von Vintent in’t Veld von Interxion geführt. Es ging im Grossen und Ganzen um die Rolle die das Datacenter in der Cloud-Computing Ära spielt. Es sind die Datacenter welche schlussendlich die Infrastruktur sei es in Form von Energie, Räumlichkeiten oder Connects zur Aussenwelt bereitstellen. Alles in allem sehr aufschlussreiche Präsentation welche die Sicht eines Datacenter Betreibers zeigt. Denn auch wenn alles in der Cloud ist und man nur noch ein Terminal hat gibt es irgendwo Hektaren grosse Rechenzentren welche die Arbeit verrichten.

Memonic – Startup in der Cloud

Weiter ging es mit dem Part von Patrice Nef über das Startup Memonic. Patrice erzählte über den Aufbau von Memonic und den Problemen denen man mit der Cloud begegnet. Wichtig für Memonic ist es möglichst Betreiberunabhängig zu bleiben (also den bereits angesprochenen Customer Lock-In vermeiden), auch wenn sie zurzeit voll auf Amazon Web Services setzen. Die Software welche Memonic bildet läuft auf EC2 Instanzen. Diese lassen Sich je nach Situation auch durch selbst betriebene Server ersetzen. Dies wird einerseits durch die Software-Architektur welche Memonic verwendet ermöglicht andererseits durch den modularen Aufbau des Dienstes. (Buzzwording : Memonic setzt sozusagen auf NoSQL und lagert die Daten auf S3 Buckets).

Wissenswertes gibt es auch in der Präsentation von Patrice (ein Klick auf das Bild öffnet die Präsentation im Google Docs Viewer):

Wuala – Distributed Cloud and Datacenter Storage

Den Abschluss des Nachmittags machte Fabius Klemm von Wuala. Er präsentierte die Herangehensweise von Wuala an die Cloud. Wuala basiert auf dem Geben und Nehmen System. Der Benutzer erhält 1 GB Speicher gratis von Wuala. Wenn er mehr will kann er dies entweder selber Freigeben oder Kaufen. Wer Speicher freigibt muss seinen PC eine gewisse Zeit pro tag online halten. Wuala speichert und verteilt die Daten verschlüsselt auf andere Wuala Clients und zudem in das Wuala Datencenter. Mit Hilfe von Paritätsinformationen ist es nun möglich die Einzelteile aus der Userunterstützen Wuala Cloud der Benutzern wieder zurück zu holen. Zudem werden alle Dateien nur einmal abgelegt (Deduplicating). Um die Last auf dem Datacenter tief zu halten hat der Download von Daten aus der Wuala Cloud vorrang. Wenn die Einzelteile nicht mehr aus der Wuala Cloud geholt werden können wird das Datacenter angesprochen und der Download der Einzelteile von da begonnen.

Die Konferenz an sich

Leider hatte ich nur den Nachmittag um mir ein Bild der Konferenz zu machen. Ich schätze die Anwesenheit von Grössen wie der Amazon-, Azure- und Google-Representatives. Speziell beim Teil von Patrice war Martin Buhr (Business Director – Amazon AWS Europe) eine Bereicherung weil er auch die Fragen des Publikums behandeln konnte.
Ich fand die Konferenz spitze. Einfache Registration via Amiando. Gute Location: Der Technopark bietet gute Räumlichkeiten und eine gute Atmosphäre für diese Materie. Danke an die Organisatoren und Sponsoren war eine gute Konferenz!

Die Slides der anderen Vorträge findet man übrigens auch noch auf der Seite von Cloud Suisse und bei Roli drüben gibt es die Konferenz noch aus seiner Sicht.

5 thoughts on “Recap – Cloud Suisse Conference 2010

  1. @Simon: Immer wieder gerne geschehen. Ich dachte ich muss meine Notizen irgendwo mal noch sauber zu Blatte/Blog bringen ;) Es gab viel interessantes. Konferenzen bieten halt die Möglichkeit direkter etwas zu erfahren ;)

  2. Mit Philipp Karmires von Goolge hatte ich beruflich auch schon zu tun. Er hat ein Grosses KnowHow was die Search Appliance angeht.

    Auf jedenfall eine Super Zusammenfassung des Tages. Irgendwie habe ich leider das Talent von solchen Events erst im nachhinein zu erfahren.

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