Stimmbeteiligung

In der Schweiz sind die Stimmberechtigten in diesem Jahr so zahlreich an die Urne geströmt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Über 13 Vorlagen wurde auf nationaler Ebene abgestimmt. Bei keiner lag die Stimmbeteiligung unter 50 Prozent. Im Durchschnitt beteiligten sich 57.2 Prozent der Stimmberechtigten.

Am stärksten mobilisierte die zweite Abstimmung über das Covid-19-Gesetz von Ende November. 65.7 Prozent gaben ihre Stimme ab. Das ist auf der ewigen Rangliste die vierthöchste Wahlbeteiligung.

SRF – Direkte Demokratie im Aufwind

Das wichtigste in dieser Zeit ist, dass die Menschen die jetzt neu von ihrem Stimmrecht gebrauch gemacht haben, verstehen wie das System funktioniert. Denn nichts wäre gefährlicher, als den Frust von “verlorenen” Abstimmungen als Treiber für Ideen wie Abstimmungsbetrug genutzt werden würde. Auch wenn es die Strömung bereits gibt in der Schweiz ist der Einfluss glücklicherweise noch klein.

Denn der demokratische Prozess ist langsam und wenn sie nicht polarisiert teilweise auch sehr langweilig.

Abstimmungen sind vereinfachend – du kannst Ja oder Nein sagen oder dich mit deiner Stimme enthalten. Und zu dem Prozess gehört es auch dazu ab und an auf der Seite zu stehen die weniger Stimmen für ein Thema hatte. Ich erinnere mich wie ich einer Freundin welche als Campaignerin arbeitete, mal gesagt habe dass regelmässiger Abstimmungen zu gewinnen toll wäre nachdem ein Wochenende nicht gelaufen ist wie es “sollte” und sie meinte nur: “Ach, da stehst du drüber, die nächste Abstimmung ist schon bald” und so ist es. Und weil das System langsam und solide ist, ist ein Ja oder Nein seltenst ein Weltuntergang und der Frust hat glücklicherweise meistens eine kurze Halbwertszeit.