Ü: Lead-Hill 09

Für mich war es zum ersten mal soweit, ich musste das Obligatorische Schiessprogramm absolvieren. Da ich im Gegensatz zu vielen anderen erst spät auf die Idee kam, das Obligatorische zu schiessen wurde dies letzte Woche noch nachgeholt. Aber nein es durfte nicht ein einfaches “Mir gö ga Chäpsle” sein sondern musste militärgetreu einen wohlklingenden Übungsnahmen erhalten. So wurde die Übung Lead-Hill 09 mittels Fünfpunktebefehl (das ist jetzt gelogen) aus dem Boden gestampft 😉

Gesagt, getan: Übung umgesetzt! Bei mir hat es mit 2 Probeschüssen ziemlich gut geklappt und ich habe mit 68 Punkten sogar die Anerkennungskarte erhalten. Die 68 Punkte scheinen ziemlich im Blogger-Durchschnitt zu liegen da Christian ebenfalls diese Punktzahl geschossen hat. Bei meinen Mitstreitern waren die Resultate eher durchmischt, ob das jetzt an der Motivation oder an der beigebrachten Schiessausbildung in der RS liegen mag lasse ich offen.

WK – cp rens FA 64 – Woche 4

Da der Wiederholungskurs von Donnerstag bis Mittwoch verläuft dauert dieser nicht wie gewohnt 3 Wochen sondern deren 4. Wobei dies auch nur “gefühlte” 4 Wochen sind, die Anzahl geleisteter Diensttage ist identisch mit einem Montag-Freitag WK 😉

Da mein Rollendes Wochenende bis Dienstag 1200 Uhr dauerte rückte ich also etwa noch für gut 24 Stunden Militärdienst ein. Diesmal aber wieder im Raum Fribourg, was mir rein vom Anfahrtsweg im Vergleich zum Südtessin um ein vielfaches besser gefällt.

Die 24 Stunden waren geprägt durch:

  • Material Abgabe im Materialmagazin
  • Material Bündeln für die Rückgabe im Zeughaus
  • Material Rückschub ins Zeughaus
  • einem spitze Kompanieabend (Surplus)
  • Unterkunft Putzen und Abgeben
  • Warten
  • and last but not least: dem Abtreten

Wiederholungskurs I erfolgreich abgeschlossen!

Rückblickend könnte es keine bessere Kompanie für den ersten WK gegeben haben. Der Geist der Kompanie 64 unterscheidet sich ganz klar von den reinen Deutschschweizerkompanien. Es soll je bekanntlich Leute geben die mit dem “Savoir-Vivre” der Romands mühe haben (Aber das wäre wieder eine Röstigraben-Grundsatz-Diskussion). Nachdem man die sprachlichen Hürden abgebaut oder eher umschifft waren funktionierte es sehr gut. Es gab schöne Momente wie zum Beispiel das gute Wetter im Tessin oder der Umgang und die Stimmung in der Kompanie aber auch eher mühsame wie 4 Tage Ausbildung in der Kälte oder das Debakel mit unserem Einsatz für die Wetterabteilung.

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WK – cp rens FA 64 – Woche 3

Wie bereits geschildert rückte ich und 22 andere Kameraden der Kompanie 64 am Sonntagabend statt in Fribourg im Raum Olten ein. Mit vielen Unklarheiten warteten wir bis 2200 Uhr am Bahnhof wo auch bald der Hauptmann der Wetterkompanie auftauchte und uns in einen Camion verlud der uns zur Unterkunft brachte.

Nach dem deponieren des Materials hatten wir eine Theorie wie die nächsten Tage ablaufen würden. Sehr neu dabei war das unser Detachement in die ganze Schweiz verteilt werden soll (unter anderem Basel-Land und Süd-Tessin). Die Theorie sollte eigentlich offene Fragen klären, warf aber mit jeder weiteren Folie weitere Fragen auf. Jedoch wurde die Dankbarkeit für unseren Spezial-Einsatz mehrmals Unterstrichen. Henusode später wurde klar, dass ich am nächsten Tag um 0800 mit meinem Detachement ins Süd-Tessin gehen werde. Auf die Fragen, wie lange unser Engagement für die Wetterkompanie dauern soll und wie die das Wochenende geregelt ist erhielt man keine brauchbaren Antworten. Später beschlossen wir einmal über die Sache zu schlafen, da man um 2350 Uhr sowieso keine erfolgreichen Informationsversuche starten kann.

Als dann am nächsten Tag unser Fahrer aus Fribourg mit dem Material des Detachements bei uns eintraf befahl der dort zuständige Kadi dem Fahrer da zu bleiben (was irgendwie speziell ist da unser Fahrer 1. Nicht dem besagten Kadi unterstellt ist und 2. Anderweitig für unsere Kompanie gebraucht wurde). Nach dieser Aktion hatte ich schon ein eher ungutes Gefühl der Organisationskunst.

Die Zeit verstrich und es wurde etwa 1000 Uhr bis wir einen Fahrer erhielten und unser Gepäck verluden und zum Rückwärtigen der Wetterkompanie zu fahren. Dort stellte sich mir der Kadi vor und wir hatten eine kurze Befehlsausgabe für unser Engagement. Offene Fragen wurden geklärt andere blieben weiterhin offen (wie zum Beispiel bis wann wir für die Wetterkompanie dienen). Für den dort anwesenden Kommandanten war klar, das wir ein rollendes Wochenende durchführen und unser Engagement bis am nächsten Dienstag 1200 Uhr dauern sollte, was in Anbetracht der WEMA und unserem WK Ende am Mittwoch irgendwie nicht aufgehen konnte. Eine telefonische Rückfrage beim Kommandanten der Nachrichtenkompanie brachte andere Resultate welche ich beim Wetterkadi einbrachte (das etwas Organisatorisches im beachtlich langen Dienstweg zwischen Nachrichten Kompanie 64 und Wetter Kompanie 72/73 nicht stimmen konnte bestätigte sich einmal mehr). Dieser Herr, welcher eine beeindruckend gute Auffassungs- und Planungsgabe bei der Befehlsausgabe bewies stieg nach meinen Informationen an die Decke und bemühte sich seiner Stabsmitglieder. Für mich war jedenfalls nicht eindeutig klar wem ich jetzt direkt unterstellt war und daher beschloss ich mich, nach einigen Telefonaten und Diskussionen,  nicht länger bei dem Boss Sandwich mit zu mischen und informierte, dass ich jetzt einmal gar nichts unternehmen werde bis sich die Problemsituation auf dem Dienstweg (a d Dw)  klärt. Wenn ich meine Aktion auf der Risikomanagement-Karte platziere lande ich im knallroten Bereich was normalerweise in die Kategorie “You should not even think about it!” abgelegt wird.

Der Hauptmann sichtlich nicht erfreut ab meiner Reaktion bemühte sich alsdann eines Formulars 6.005er an seine Stabsstelle. Ich wurde kurze Zeit später mit den mittelmässig-freundlichen Worten “i würd chli gas gä” zum Oberstleutnant zitiert.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde klar Führungsschichten nicht mehr vom gleichen zu reden scheinen und sich der Tag eher mühsam gestalten wird.

Nach der Unterredung mit dem Oberstleutnant – welcher das Problem anhörte –  stand fest, dass wir via Befehl direkt der Wetterkompanie unterstellt sind und finito. Rollendes Wochenende wird durchgezogen und wir unterstehen der Wetter Abteilung bis am Dienstag 1200.

Spätestens nach dieser Unterredung hatte ich mein Pulver verschossen und musste klein bei geben, der Oberstleutnant und der Hauptmann informierten meine Gruppe. Ich entliess danach zwei Soldaten ins Wochenende und verschob mit Sack und Pack ins Süd-Tessin.

Der Rest der Woche im Tessin gestaltete sich relativ angenehm. 6 Personen waren immer Anwesend und schoben in 6  Stunden-Ablösungen Wache und Führten das KP des Wetterzuges und zwei konnten das rollende Wochenende geniessen (wobei im Tessin das schönere Wetter vorherrschte).

Da man im Militär immer irgendwie jemanden kennt, traf ich Wachtmeister Hähni im Tessin an was den Aufenthalt zeitweise sehr aufheiterte.

Am Sonntag wurde der Standort im Süd-Tessin aufgehoben und ich durfte zusammen mit einem Kameraden mein wohlverdientes Wochenende antreten. Den Rest meiner Gruppe überlies ich meinem Stellvertreter (mit einem getrübten Gefühl, da ich der ganzen Sache inpunkto Organistation immer noch nicht ganz traute).

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cp rens FA 64 – WK Woche 2

Die erste komplette Woche WK ist nun auch schon vorbei. Wie bereits am Freitag vergangenen war ich von Montag bis Mittwoch bei der Wachtdienst-Ausbildung eingesetzt. Das Schiessen eine Outdoor-Aktivität ist erklärt sich von selbst. Das es weniger erfreulich ist bei Regen, Schnee und Wind auf dem Schiessplatz “Montagne de Lussy” zu stehen ist auch relativ Selbsterklärend.

Item wir haben die Schiessprogramme absolviert und den Soldaten und Gefreiten das Riegeln, Zerlegen und Montieren der Waffe wieder einmal näher gebracht.

Das wir unsere Arbeit gut gemacht haben zeigte sich in der Inspektion welche am Donnerstag Morgen über die Bühne ging. Nach einem Theorietest absolvierte das Detachement in dem ich war die Posten Sanitätsdienst, ABC-Schutzdienst (jaja “Ceeeee ALAAARM!”) und schlussendlich Waffenkenntnisse.

Die Inspektion verlief ungewohnt angenehm und wir Schnitten mit einem “Gut” ab. Bester Bereich war nebst der Inspektion des Feldweibels und des Fouriers das Sturmgewehr welches mit einer Note 4 (=Gut) abschnitt.

Ich empfand die Inspektion eher als “locker” (abgesehen von der Kälte) im Vergleich zu den Inspektionen in der RS.

Am Nachmittag stand die Übung “Pays de Fribourg” auf dem Plan. Für die Übung wurden mehrere Szenarien vorbereitet um sich auf die Witterung einzustellen. Wir führen die Variante “E” aus… Welche einen “Marsch” (Spaziergang trifft eher zu) durch die wunderschön verschneite Landschaft entlang der Saane / “la sarine” beinhaltete. Für die Allgemeinbildung stand danach der Besuch in der Kehrichtverbrennungsanlage SAIDEF auf dem Plan was ebenfalls sehr interessant war.

Am Abend hatten wir den fakultativen Ausgang, welche das Kader zusammen genoss 😉 Details gibt es nicht, wir genossen ein gutes Stück Fleisch zu einem oder mehreren gläsern sehr gutem Rotwein (auch bekannt unter “le sang de la compagnie”).

Am Freitag bauten wir die Nachrichtenzentrale auf und machten verschiedene Verbindungstests mit der abgesetzten Funkantenne. Läuft alles Tiptop 😉

Generell fühle ich mich in der Romands-Kompanie sehr wohl. Das Ausgeprägte  “Savoir-Vivre” welches den französischen Kompanien vorauseilt kann man durchaus geniessen. Die Sprachlichen hürden zeigen sich jedoch sehr schnell bei der Ausbildung, man studiert plötzlich lange an den Abkürzungen herum und kommt nicht wirklich auf einen grünen Zweig. Der oftgepredigte Röstigraben ist im Dienst praktisch inexistent. Die Soldaten sehen, dass wir uns mühe geben mit dem französisch (inklusive Einsatz von Armen und Beinen zur Verständigung) und versuchen dasselbe auch mit der deutschen Landessprache.

Going Charlie…

Am Mittag zeichnete sich jedoch schon die erste Änderung im Plan ab. Eine fürs WEF aufgebotene Kompanie hat zu wenig Personal um während dem WEF komplett einsatzfähig zu sein. Da wir in der Kompanie 64 als Reserve funktionieren rücke ich am Sonntagabend nicht ins Fribourgische ein sondern bewege mich in Richtung Olten. Wie es da weiter geht ist noch unklar…

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cp rens FA 64 – UK, KVK, WK Woche 1

Mein erster Wiederholungskurs fällt ein bisschen spezieller aus als dies scheinbar üblich ist (mangels WK erfahrungen kann ich da nichts dazu sagen).

Vor dem Kadervorkurs besuchte ich 2 Tage lang einen Umschulungskurs (UK). Die Unterkunft war in der Kaserne Auenfeld und die Technische Ausbildung am neuen System genossen wir in den bereits sehr bekannten Räumlichkeiten in Dübendorf. Für den neusten Jahrgang welcher im November fertig wurde war nicht viel neues. Aber es tat gut sich einmal wieder mit der Materie auseinander zu setzen, da man in 6 Wochen doch einige signifikante Details verdrängt vergisst.

In der Kaserne Dübendorf  trafen während dem Mittagessen unsere Kameraden an, welche mit uns die Unteroffizierschule absolvierten und nun ihren Leutnands-Grad abverdienen.

Nach den Beiden Tagen hiess es auch schon: “Sie haben Urlaub bis Montag gemäss befohlener Zeit”.

Am Montag rückte ich mit kompletter Ausrüstung wieder in Frauenfeld ein um den zentralisierten Kadervorkurs (KVK) mit Wachtdienstrepetition, Risk-Management und Personenfestnahme zu absolvieren.

Am Dienstagabend verschoben wir zu unserer Unterkunft im Raum Fribourg. Wir teilten die Ausbildungslektionen auf und hatten danach AVOR Zeit. Die AVOR Zeit wurde am Mittwoch durch Repetitionen in den Bereichen Funksystem und ABC-Theorie unterbrochen, wirklich bahnbrechend neues lernte man dabei nicht. Jedoch merkte man, dass die Nachrichten Abteilung der Luftwaffe in den letzten Jahren einen Wandel durchgemacht hat, was den Betrieb und Aufbau betrifft. Früher ging man ganz anders an die Lösung des Auftrags als wir im letzten Jahr ausgebildet wurden.

Am Donnerstg ging es wieder nach Frauenfeld an die Fahnenübergabe. Der Geist unserer Kompanie zeigte sich hier sehr deutlich. Während die anderen Kompanien “in Zähnerkollone! SAMMELN!” gesammelt wurde (was einiges an Gelächter nach sich zog), reichte ein “Mir-Nach Marsch und Richten” völlig aus. Leider war ich dem Französisch zu wenig mächtig um eine saubere Gefechtsmeldung für unsere Kompanie zu lancieren… 😉

Die Fahnenübergabe war zum glück relativ kurz und wir verschoben wieder zurück in die Unterkunft in Fribourg um dort Material zu fassen und bald schlafen zu gehen.

Am Freitag startete die Ausbildung und ich durfte am Morgen zu erst die Wachtdienst Lektion auf Französisch mitverfolgen und diese am Nachmittag auf Deutsch selber geben.

Am Freitag war mein Dienst für die erste WK Woche auch schon zu ende, da ich in den Genuss des Kader-Leistungsabtretens kam 😉

Ich hoffe auf gutes Wetter für die nächste Woche. 3 Tage “Riegeln-Personenkontrolle-Schiessen” und eine Inspektion stehen auf dem Programm und das sind bekanntlich alles Outdoor-Aktivitäten.

Ah ja noch was… ich bin auch Brieflich wieder erreichbar 😉

Meine Adresse:

Sgt Widmer Bastian
Cp rens FA 64
Militär 86175

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