FULW RS 95-2 : Woche 2 bis 5

Aufgrund meines Besuches am Gurtenfestival und meiner Abwesenheit am darauf folgen Wochenende hatte ich keine Zeit etwas über die vergangenen RS Wochen zu schreiben. Ich hole das hier mal nach ;-)

Die Wochen sind (rückblickend jedenfalls) sehr schnell vorüber gezogen. Es gibt immer etwas zu tun – und wenn mal nicht dann kann es nicht mehr lange gehen bis ein neuer Auftrag rein schneit oder sich die Ausgangslage komplett ändert ;-)

Die letzten Wochen verflogen relativ schnell und die Wochenenden waren meistens (wie gewohnt) viel zu kurz.

In der Zweiten Woche absolvierten die Rekruten den ersten (kleinen) Marsch der als Übung Primo daher kam und etwa 5 Km lang war. Dieser Marsch dient der Angewöhnung an das Gepäck und als erste Erfahrung wie ein Marsch ungefähr abläuft. Für mich als Gruppenführer ebenfalls eine neue Aufgabe, während dem Marsch zu schauen, dass die Gruppe kompakt mitläuft und die Abstände zwischen den einzelnen Trupps stimmt.

In der dritten Woche hatten wir keine grösseren Übungen bis auf die Kaderausbildung, in welcher wir mal nicht wie gewohnt in der Kaserne Übernachteten sondern in der nähe von Hinwil auf einer Ortsgefechtsanlage, welche uns von der grossen Abschlussübung der Unteroffizierschule bereits sehr bekannt war. Ich jedenfalls genoss es wieder einmal in der Penntüte zu übernachten (auch wenn das nicht alle begreifen wollten…).

An die deutlich längeren Tage, das Ausbilden vor 30 Mann und die (meist nächtlichen) Erziehungsmassnahmen hat man sich nach drei Wochen gewöhnt. Das Kader erbringt nun halt Tag für Tag einen Mehrwert/Aufwand. Und das Sprichwort “Du weisst erst was es bedeutet einen langen Tag hinter sich zu haben, wenn du im Militär warst.” hat halt doch etwas.

Die vierte Woche startete mit meiner Lektion zum Thema Gefechtsformationen. Ich hatte also den Auftrag zusammen mit den anderen Gruppenführern den Rekruten beizubringen wie man sich im Vierer-Trupp korrekt verhält und sich bewegt. Ich habe aus der Kaderausbildung das Schema “Durchsprechen – Durchgehen – Durchrennen” mitgenommen und dies bei meinen Lektionen einfliessen lassen. Gestartet bei der ersten Phase wird das vorgehen meist theoretisch behandelt, danach langsam in der Praxis umgesetzt bis die Abläufe bekannt sind. Am Schluss kann man das gelernte “durchrennen” und versuchen ohne externe Hilfe in der Praxis anzuwenden.

Nach dem Abendessen startete auch schon bald die Übung “Secondo”, welche bei den Gruppenführern als “Secondo Light Edition” titelte, da aufgrund der Zeckengefahr die sehr Interessanten Teile (unter anderem das Abköcherlen eines Jonnys, das Tarnen mit dem Tarnstift und die Nachtdemonstration über das Verhalten bei Nacht) gestrichen wurden.

Der Marsch beinhaltete also lediglich … naja den Marsch eben. Die Motivation meiner Gruppe war anfänglich nicht über alle Zweifel erhaben, ich schaffte es jedoch sie ein wenig zu Motivieren. Jedenfalls konnten wir die Marschstrecke bis zum Zwischenverpflegungsposten gut absolvieren.

Ein Rekrut aus meiner Gruppe gelangte an mich und fragte, ob es erlaubt sei den Letzten Marschkilometer mit der Schutzmaske zu absolvieren. Ich musste danach einen Antrag an den Zugführer stellen. Dieser wurde genehmigt, jedoch nur für die Strecke von Zwipfposten (Zwipf = Zwischenverpflegung) bis Lehrgebäude (was auch eine ziemliche Strecke darstellt). Anfänglich zögerten einige meiner Gruppe noch, bis schlussendlich die ganze Gruppe die Schutzmaske montierte. Ich persönlich finde das eine gute Idee als Angewöhnung, ohne Druck die Maske einmal Einzutragen. In einer Späteren Übung ist dies dann nicht mehr freiwillig ;-)

Als der Kadi meine Gruppe und mich in der Schutzmaske sah, drückte er mir die Karte in die Finger und sattelte ebenfalls die Maske.

Soviel mal zur vierten Woche.

Die fünfte Woche stand ganz im Zeichen der Wachtdienst-Ausbildung. Die Rekruten lernten das Patrouillieren, Personen und Fahrzeugkontrollen. Ich bildete die Patrouillen aus und drehte über den ganzen Tag verteilt mit den Rekruten die Ronden über das Kasernengelände.

Am Mittwoch Morgen startete unsere Kaderausbildung mit dem Thema SAT = Sofort Aktions Technik. Bei SAT handelt es sich um ein Vorgehen bei Kontakt mit dem Gegner. Dabei wird ein Niederhaltefeuer eröffnet und der Trupp verdünisiert sich in eine sichere Deckung.

Mit ungefähr 15’000 Schuss im Anhang machten wir uns also am Mittwoch in der Früh auf zu unserem lieblings Gefechtsplatz (dem Kriesenherd “little Oberurnen” ;-) ) Wie von der Unteroffiziersschule her gewohnt erwartete uns in Oberurnen das prächtigste Wetter. Die Techniken wurden den ganzen Tag hindurch trainiert. Am morgen als Truppmitglied und am Nachmittag als Schiesslehrer, welcher danach die Trupps belehrt und das Verhalten korrigiert wenn einmal etwas nicht so abläuft wie es sollte.

Pünktlich zum Abendessen/Hülselen des Platzes brach ein heftiges Gewitter über uns herein (wiso haben uns die Wetterfrösche nicht vorgewarnt??). Nass bis auf die Knochen verpflegten wir uns und putzten Anschliessend den Argumentationsverstärker 90 pardon das Sturmgewehr 90 (Was nach 300-500 Schuss wirklich dringlich notwendig war…). Leider hat die Verpflegung auf dem Feld nicht so gut geklappt und einige mussten mit knurrendem Magen wieder zurück nach Dübendorf verschieben. Da hungrige Mägen unserem wirklich guten Küchenchef in Dübendorf schlaflose Nächte bereiten, zauberte er uns spät abends  eine geniale Fleischplatte auf den Tisch – Danke nochmals an den Küsche!

Der Donnerstag der fünften Woche war durch Materialkontrollen, Kasernen Putzdienst und Arbeitsvorbereitung geprägt. Gegen Mittag konnten wir danach Abtreten und wurden in unsere “Ferien” entlassen.

Nächste Woche gibt es mehr… es steht eine zweitägige Übung auf dem Plan.

FULW RS 95-2 : Woche 2 bis 5